Berlin : Von Bond zu Bono und zurück

Zwei neue Bücher über den Agenten 007

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Immer beim Refrain hatten die Pyrotechniker ihren Auftritt, Dekoration für den Filmmusiker Paul McCartney: „Live and Let Die“, Feuerfontänen schossen empor, im Halbrund der Waldbühne gerieten die Bond-Fans in Verzückung. 1973 hatte der Ex-Beatle mit seiner Band The Wings den Titelsong zu dem 007-Film „Leben und sterben lassen“ eingespielt, damals gab es mit Roger Moore mal wieder einen neuen Darsteller.

20 Jahre später gehörte der Blitz-und- Donner-Song zu den Höhepunkten von McCartneys Berlin-Konzert – eines der wenigen Details über die Filmmusiken der 007-Reihe, das in dem ihnen gewidmeten Buch „Mr. Kiss Kiss Bang Bang“ von Siegfried Tesche nicht enthalten ist. Aber jenseits von Berlin scheint kaum ein Detail übersehen worden zu sein, zusammengetragen mit akribischem Forschungseifer, der in einer seitenlangen Diskografie mit Original- und Coverversionen mündet. Neben Erwartbarem wie der Geschichte des berühmten Bond-Themas – „Dun da da da dun, dun dun dun dun da da da dun“ – erfährt man auch Persönliches beispielsweise von U2-Sänger Bono. In „GoldenEye“, dem Haus des 007-Autors Ian Fleming auf Jamaika, hatte der Rockmusiker seine Flitterwochen verbracht, war daher hoch erfreut, als Tina Turner ihn fragte, ob er für sie den Titelsong zu dem gleichnamigen Film, dem ersten mit Pierce Brosnan, schreiben wolle. Bono und U2-Gitarrist The Edge erledigten den Job, 1996 gehörte der Song zum Programm der Tina-Turner-Tournee. Im selben Jahr landeten die Bandmitglieder nahe von Flemings Anwesen mit einem Wasserflugzeug – und wurden beschossen: Polizisten hatten sie für Drogendealer gehalten.

Der Filmwissenschaftler und Journalist Siegfried Tesche, Autor des nebenstehenden Textes über eine mit „Casino Royale“ befassten Berliner Casting-Agentin, kann als einer der besten Bond-Kenner in Deutschland angesehen werden. Im Berliner Henschel-Verlag hatte er schon vor Jahren eine umfangreiche Monografie zu seinem Lieblingsthema vorgelegt, die er jetzt, überarbeitet und um den neuen Film erweitert, beim Leipziger Militzke Verlag neu veröffentlicht hat. Ein Standard-Werk zu dem berühmtesten Geheimagenten der Buch- und Filmgeschichte, unverzichtbar für jeden 007-Enthusiasten. Sogar ein Premierendatum für den nächsten Bond ist dort schon genannt: 2. Mai 2008. ac

Siegfried Tesche: „Mr. Kiss Kiss Bang Bang“. Die Geschichte der JamesBond-Filmmusiken. Schott Music, Mainz. 176 Seiten, Bonus-CD mit Bond-Coversongs, 19,95 Euro; James Bond – top secrets. Die Welt des 007. Militzke Verlag, Leipzig. 624 Seiten, über 200 Abb., 24 Euro

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