Von Tag zu Tag : Be-Berlin-Wurst

Ulrich Zawatka-Gerlach bewundert den Markenschutz für eine Weltstadt

Nicht nur Klaus Wowereit ist ’ne Marke. Berlin natürlich auch, und deshalb braucht die Stadt eine Werbekampagne – und den Markenschutz. Es kostet auch nur 57 600 Euro jährlich, um sich die uneingeschränkten Nutzungsrechte für be Berlin in Wort und Bild beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen zu lassen. Nicht eingerechnet 70 000 Euro für die Rechtsberatung, aber dafür erstreckt sich der Schutzraum von Australien über die USA und Russland bis nach Liechtenstein.

Da sage noch einer, Rot-Rot kümmere sich nicht um Berlin. Der Markenschutz ist wirklich umfassend, wie eine lange Liste aus der Senatskanzlei beweist. Be Berlin darf nur die Regierung auf Feuerlöschgeräte, Kämme, Bürsten und Schwämme, Stahlspäne (?), Leder, Häute und Felle, auf Fußmatten, Tapeten, Christbaumschmuck, Obst, Gemüse, Eier und Peitschen (!) schreiben, kopieren oder malen. In einer Vorlage an den parlamentarischen Hauptausschuss begründet ein Senatssprecher die erheblichen Sicherheitsmaßnahmen unter anderem damit, dass sonst ein Imbissbetreiber illegalerweise „Be-Berlin-Würstchen verkaufen“ könnte. Er meint das ernst.

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