Von Tag zu Tag : Buchlandung

Bernd Matthies bewundert ein berühmtes Architektenbüro.

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Wer im harten Geschäftsleben Erfolg haben will, der muss absolut schmerzfrei sein. Wie wäre es sonst zu erklären, dass das berühmte Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner nach der epochalen Bruchlandung in Schönefeld ganz gierig darauf ist, auch die neue Landesbibliothek bauen zu dürfen? Die erste Stufe der Ausschreibung für Wowis Bücherstube hat die Firma bereits überwunden, und wie das Leben so spielt, erhält sie wahrscheinlich eines Tages den Zuschlag. 270 Millionen!

Bei denen es natürlich nicht bleibt.

GMP müsste eigentlich ahnen, wie es dann weitergeht: Berlin entdeckt, dass die ursprüngliche Größe des Gebäudes für die vorhandenen Bücher viel zu klein ist. Dann stellt sich heraus, dass das Terminal für die neuen Doppeldecker-Bücherbusse vergessen wurde, und die Genderbeauftragte des Senats bemängelt die fehlenden Intersexuellen-Toiletten. Dann droht ein prominenter Spender damit, der Bücherei seine weltweit einzigartige Sammlung von Micky-Maus-Heften zu überlassen, was den Bau eines im Plan nicht vorgesehenen Micky-Maus-Flügels erfordert ... Und so weiter.

Am Ende: Kosten außer Kontrolle, Eröffnung fraglich, siehe Flughafen. Was bringt Architekten dazu, sich auf so etwas wissentlich einzulassen?

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