Von Tag zu Tag : Danke, Verdi

Bernd Matthies kann dem Streik positive Aspekte abgewinnen

Bernd Matthies

Und wo bleibt das Positive? Hier ist es, gleich mehrfach: Einmal ist da die bekannte Tatsache, dass der Finanzsenator einen Haufen Geld spart, wenn die BVG streikt. Er hat zwar noch nicht angekündigt, dass er mit diesem Geld den verärgerten und auf Dauer abspringenden Fahrgästen hübsche neue Radwege und Parkplätze bauen lässt – aber das kommt sicher noch.

Zweitens: Das Leben in der Stadt wird weniger gefährlich. Viele Staus bremsen die Durchschnittsgeschwindigkeit, und die tückische Flüster-Tram hat ausgespielt, denn niemand muss für die Dauer des Streiks befürchten, von ihr überrollt zu werden. Selbstverständlich schaltet die kluge Verkehrslenkung auch die nervenden Vorrangschaltungen für die Bahn ab, wenn diese im Depot bleibt.

Drittens: die öffentliche Sicherheit. Kein ahnungsloser Passant wird mehr vor die U-Bahn geworfen, kein Busfahrer bedroht und geschlagen. Wenn der Innensenator sich am Jahresende über die gute Statistik freut, denkt er sicher dran, sich dafür bei Verdi zu bedanken.

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