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Annette Kögel bekommt für ihr Auto einen billigeren Parkplatz zugewiesen

Stadt im Wandel, auf welche Metropole trifft das mehr zu als auf Berlin. Selbst die Obdachlosen sind nicht mehr das, was sie mal waren. Vorbei die Zeiten, als sie noch Autofahrer mitunter recht anhänglich in die gähnend leeren Parklücken am Bahnhof Zoo einwiesen, um ein paar Cent zu kassieren. Jetzt wird unsereins in der Ebertstraße in Mitte von einem Mann mit Fahrrad angehalten, der empfiehlt, den Wagen besser woanders abzustellen. Bloß nicht hier einparken und einen Parkschein ziehen! Gleich um die Ecke, hinter dem neuen weißen Haus, dem Medizintechnikcenter am Potsdamer Platz, da gebe es eine viel billigere Parkmöglichkeit. Keinen Cent will der Mann für diese Auskunft. Er sagt nur, „Wir Obdachlosen sind nicht so schlecht wie unser Ruf“, verabschiedet sich freundlich und tritt wieder in die Pedale. Was ist bloß mit diesem Mann passiert? Ist er mit dem Betreiber des von ihm empfohlenen Parkplatzes verwandt? Will er die Tradition der Parkplatz-Einweiser neu begründen? Wie auch immer: Berlin hält doch stets neue Geheimnisse bereit.

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