Von Tag zu Tag : Kobra, übernehmen Sie!

Klassische Alarmanlagen haben gegenüber Juwelendieben und -räubern schon oft versagt, doch gibt es alternative Lösungen. Eine wurde bei Harrods in London ausprobiert. Eine Glosse.

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Eine Ägyptische Kobra als Wachschutz? Warum nicht!
Eine Ägyptische Kobra als Wachschutz? Warum nicht!Foto: Reuters

Die letale Wirkung des Gifts der Ägyptischen Kobra ist seit der Antike hinlänglich bewiesen. Bekanntlich griff die schöne Kleopatra, als sie nicht mehr weiter wusste, auf ein Exemplar des auch unter dem Namen Uräusschlange bekannten Reptils zurück. Um ganz sicher zu gehen, hatte sie diese Todesart angeblich zuvor an Verbrechern ausprobieren lassen.

Man darf also davon ausgehen, dass solch ein Kriechtier, als animalischer Wachschutz eingesetzt, eine erhebliche abschreckende Wirkung auf Diebe, Räuber und ähnlich unwillkommene Gesellen ausüben dürfte. Eine Schmuckvitrine, bewacht von einer stattlichen Kobra? Kein Gangster wie jetzt im KaDeWe griffe da noch zu.

Keineswegs eine unrealistische Idee, vielmehr im Londoner Kaufhaus Harrods, noch immer der Idealtyp dieser Form des Einzelhandels, vor sieben Jahren mit Erfolg ausprobiert. Und dabei war das zu schützende Gut nur eine Sandale, allerdings eine mit einem Preis von rund 90 000 Euro sehr extravagante. Entworfen hatte das kostspielige Schuhwerk der italienische Designer Rene Caovilla, zu dessen Kundinnen Celebrities wie Heidi Klum, Jennifer Aniston und Kristen Stewart gehören. Es war auch keineswegs nur aus schnödem Leder gefertigt, wies vielmehr als glitzerndes i-Tüpfelchen ein Schmuckstück in Form einer Kobra auf, besetzt mit Rubinen, Saphiren und Diamanten. Mehr ein Schauobjekt als eine Fußbekleidung also, mit der man die ägyptischen Wüsten durchwandern könnte.

Übrigens trug die samt Sandale in einer Vitrine ausharrende Kobra den Namen Cedric, hatte dort allerdings nicht lange auszuharren, bevor sie durch eine klassische Alarmanlage ersetzt wurde. Mehr ein Publicity-Gag also, aber als Methode der Eigentumssicherung doch bedenkenswert. Und sollte die tendenzielle Umwandlung von traditionellen Verkaufsräumen in Terrarien als zu exotisch abgelehnt werden: Es bliebe immer noch deren Verlagerung ins Zoo-Aquarium.

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