Von Tag zu Tag : Pray & Ride

Stefan Jacobs wünscht dem Erzbischof Glück bei der Wahl seines neuen Autos.

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Kardinal Rainer Maria Woelki hadert mit seinem BMW, weil der so viel Sprit schluckt. Er sucht was Kleineres, aber wird nicht fündig, weil er über 1,90 Meter groß ist und das Erzbistum von Usedom bis hinter Königs Wusterhausen reicht. Die Wege des Herrn Woelki sind zwar nicht unergründlich, aber lang, so dass E-Autos nicht infrage kommen. Wer mag sich den Bischof zwischen Herzsprung und Linumer Bruch warnblinkend auf der Standspur vorstellen, die Gedanken beim Herrn, den Stecker in der Hand, die orange Weste überm Talar? Nun testet der Bischof nach Auskunft seines Sprechers „Modelle verschiedener Hersteller“. Welche, sagt der Sprecher nicht. Wohl aber, dass der aktuelle BMW einen Allradantrieb (=noch mehr Spritverbrauch!) habe, weil Woelki einst mit Heckantrieb im Schnee festgesteckt habe. Das Diesseits ist kein Ponyhof, und Hinterradantrieb im Winter ist Mist.

Immerhin macht sich der Berliner Bischof Gedanken, während seine Kollegen anderswo ihre Beine in Phaetons und 7er BMWs ausstrecken, auf die Normalsterbliche lange sparen können. Näheres zum kirchlichen Fuhrpark will die Deutsche Umwelthilfe an diesem Donnerstag verkünden. Die Botschaft wird nicht allzu froh sein nach allem, was man vorab hört und an weißem Rauch aus dicken Auspuffrohren steigen sieht. Papst Franziskus mit seinem alten R 4 ist auch keine Hilfe: Der käme in Berlin nicht in die Umweltzone.

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