Von Tag zu Tag : Sechs Grad

Matthias Oloew fragt sich, wo die Winterbader bleiben

Matthias Oloew

Dieses Wetter ist selbst für einen Spaziergang eine Herausforderung. Statt in frühlingshafter Sonne werden wir die Ostertage mit Mützen, Schals und hochgeschlagenen Mantelkragen verbringen, immer auf der Flucht vor dem nächsten Hagelschauer. Aber es gibt auch bei solchen Aussichten noch Leute, die dem Wetter trotzen. Frei nach dem Motto, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur unangemessene Kleidung gibt, hat sich die unerschrockene Dame, die gestern die Badesaison am Wannsee mit einem beherzten Sprung ins sechs Grad warme Wasser eröffnete, gänzlich der nassen Witterung angepasst und konsequenterweise gleich den Badeanzug gewählt. Das war sehr praktisch gedacht, und doch wundert es, dass von den über 200 Gästen am Wannsee niemand es ihr gleichtun wollte, sondern lieber am Ufer stehen blieb. Und überhaupt: Wo blieben die Winterbader, die sonst zum Jahreswechsel mit großem Tamtam ins Wasser gehen? Denen war die Sache wohl zu heiß: Die Bäderbetriebe belohnen das Baden im Wannsee mit einer Freikarte für die Sauna.

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