Von Tag zu Tag : Trockengelegt

Christian van Lessen fürchtet um die Berliner Liebe zum Wasser

Christian van Lessen

Baden gehen gehört zum Berliner, schon der alte Zille hat’s gewusst und das Volk rund ums Freibad liebevoll ins Bild gesetzt. Aber dieser noch immer ortstypische Drang zum Wasser und zum Planschen mit anderen wird auf eine harte Probe gestellt. Es ist schön, dass endlich mehr Geld für die Sanierung von Bädern lockergemacht wird, aber die Berliner dürfen sich schon wundern über die permanent reparaturanfälligen, über Monate, gar Jahre geschlossenen Bäder. Gehen sie so schlecht mit ihren geliebten Bädern um? Schon haben sich bestimmte Hallen-, Frei- und Sommerbäder aus dem öffentlichen Bewusstsein verabschiedet. Die angekündigte Sanierung des beliebten Hauses an der Schöneberger Hauptstraße – beispielsweise – wirkt angesichts der langen Reparatur-, Umbau- und Sanierungsgeschichte zuvor als besonders schmerzhafte Einschränkung des Berliner Badelebens. Es ist immerhin beruhigend, dass im Sommer voraussichtlich noch einige Seen und die Havel geöffnet haben, wenn nicht Algen den Spaß verderben. Ansonsten blieben vorübergehend nur noch die stinkende Spree und dunkle Kanäle zum Planschen. Alles schon gehabt: zurück zu Zilles Zeiten.

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