Von TISCH zu TISCH : Nu Eat Kitchen

Offene Showküche, modernes Ambiente und eine Karte mit vielen Hits: Fusion-Küche mit Club-Feeling in Mitte

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Die Einrichtung ist das Werk von New Yorker Architekten: Nu Eat Kitchen in Mitte.
Die Einrichtung ist das Werk von New Yorker Architekten: Nu Eat Kitchen in Mitte.Foto: Nu Eat Kitchen / promo

Die Einrichtung ist sehr angenehm. Eher Wohnzimmer als Küche mit warmem, interessant strukturiertem Holz, verteilt über zwei Ebenen. Wer reserviert hat, darf oben etwas intimer auf Schmetterlingsstühlen sitzen. Architekten aus New York und Berlin wollten das auch bei Berlin-Besuchern angesagte Club-Feeling stimulieren. Dafür muss man am Wochenende unter Umständen einen Live DJ in Kauf nehmen. Die Köche, die in der offenen Showküche werkeln, kommen unter anderem aus Hongkong und Seoul.

Geschmacksabenteuer

An unserem Abend war es angenehm still. Allerdings zog sich das Ganze hin, weil Bons vertauscht wurden oder die Köche doch sehr entschleunigt arbeiteten.
Die thailändische Suppe „Tom Kah Gung“ erwies sich als Geschmacksabenteuer mit vielen Facetten. Die festen, fleischigen Garnelen schwammen in einem cremigen Bad aus Kokosmilch, Zitronensaft, Zitronenblättern, reichlich frischem Koriander und Kringeln von jungen Frühlingszwiebeln, Tomaten und Galgant. Das schmeckte frisch gekocht und zum Reinlegen gut (4,50 Euro). Einen erfreulichen Eindruck machten auch die kalten, weichen Sommerrollen, die nach vietnamesischer Art schön dick mit buntem, knackigem Gemüse gefüllt waren, mit Scampi, Reisnudeln, Basilikum, Koriander und Minze und einem pikanten Chinkiang Dip aus schwarzem Reisessig (6,90 Euro).
„Ped Lau Deng“ gehört zu den Spezialitäten des Hauses. Man kann sagen, dass sich auch hier das Warten gelohnt hat: krosse, nicht ganz unfettige Streifen von der Ente nach thailändischer Art, überstreut mit Cashew-Kernen. Ringsum lagen verschiedene knackig gegarte Gemüsesorten. Der Hit war in diesem Fall die Sauce, die man seitwärts über das Fleisch träufeln musste: eine Thai-Malt-Whiskey-Chili-Sauce mit Honig und Sesamöl. Sehr apart (16,90 Euro).
Zu den Hits des Hauses zählt, wie uns die Kellnerin mit asiatischen Wurzeln verriet, das „rare angegrillte Sashimi Thunfischsteak“, stolze 180 Gramm schwer in einer sehr schmackhaften hausgemachten Ingwer-Sake-Soja-Sauce. Dazu gab’s sautierten Pak Choi, der etwas sperrig und hart war, und ein köstliches Küchlein Wasabi-Quetschkartoffeln, unter dem sich noch etwas zusätzliche Wasabi-Paste zum Anschärfen verbarg. Ob’s den Thunfisch auch durchgebraten gäbe? Die Kellnerin reagierte prompt mit asiatischer Höflichkeit. „Selbstverständlich, da richten wir uns ganz nach den Wünschen unserer Gäste.“ Das Ergebnis war immer noch gut und streckenweise sogar rosig zart (25,50 Euro).

Und noch ein Hit

Zum Dessert wollten wir einen anderen Hit des Hauses kennenlernen, nämlich die mit Erdnuss und Lotus gefüllten Klebreisbällchen in Ingwer-Ahornsud. Leider nur ein theoretisches Vergnügen, sie waren bereits aus. Der hausgemachte „Nu Master“ Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern und Vanilleeis mutete, von der Bananen-Schokoladen-Creme einmal abgesehen, zwar durchaus europäisch an, schmeckte aber trotzdem gut und verlieh dem Menü einen warmen, harmonischen Abschluss (7,80 Euro).
Den Trend urbaner asiatischer Restaurants, bei der Zusammenstellung der Getränkekarte einen Sommelier zu Rate zu ziehen, kann ich nur begrüßen. Die Auswahl war patent, der 2014er Riesling von Spiess einwandfrei zum Essen passend. Nur, dass man mit der Kühlung der Weine nicht erst beginnt, wenn man sie im Eis-Eimer serviert, das darf sich gern noch ein bisschen weiter herum sprechen (23 Euro).
Zum Abschluss gab es noch einen dunkelrote-körnigen „Beerentraum“ mit Rum, eine Spezialität des Hauses.

-Nu Eat Kitchen. Rosenthaler Straße 71, Mitte, Tel. 28875495, geöffnet Mo-Fr ab 12, Sa-So ab 14 Uhr

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