Berlin : Von Usedom bis Heidelberg

Golf spielen wird in Deutschland immer beliebter – rund 620 Plätze werben mittlerweile um Kunden

Dagmar Garbe

Golfen wird in Deutschland immer beliebter. Das geht aus den Statistiken des Deutschen Golf-Verbandes (DGV) in Wiesbaden hervor. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Mitglieder von 184 000 auf 400 000. Parallel dazu wuchs auch die Anzahl der Golfplätze: Inzwischen wetteifern etwa 620 Anlagen um Kunden. Mancher deutsche Golfplatz kann sich sogar mit den besten Anlagen weltweit messen.

In keiner Urlaubsregion in Deutschland müssen Golfer heute auf ihren Lieblingssport verzichten. Von Usedom über das Münster- oder Sauerland bis in die Alpen gibt es Plätze aller Art. Mehr als 300 neue Anlagen sind in den vergangenen zehn Jahren entstanden. Überall sind landwirtschaftliche Flächen umgewandelt worden, Gutsbesitzer stellten ihre Landsitze als Clubhäuser zur Verfügung, und so mancher Club hat einen hochherrschaftlichen Namen wie etwa Schloss Vornholz im Münsterland, Schloss Karnitz auf Rügen oder Schloss Lüdersburg bei Lüneburg bekommen.

Die meisten privaten Plätze haben sich inzwischen auf so genannte Greenfee-Spieler eingestellt, die für jede gespielte Platzrunde bezahlen. Lediglich die Entwicklung von öffentlichen Golfanlagen, auf denen man ohne Mitgliedschaft in einem DGV-Club spielen kann, hinkt noch etwas hinterher. Deshalb fördert der DGV seit diesem Jahr den Bau öffentlicher Kurzplätze.

Die deutsche Nummer eins unter den Golfplätzen ist nach einer Umfrage der in Hamburg erscheinenden Fachzeitschrift „GOLFmagazin“ der Meisterschaftsplatz „Rot“ in St. Leon-Rot bei Heidelberg. Zweiter ist der Hamburger Golf-Club Falkenstein vor dem „Faldo“-Platz im Palmerston Resort Bad Saarow in Brandenburg und dem GC Beuerberg südlich von München.

Der von Hannes Schreiner entworfene Platz „Rot“ ist erst 1996 eröffnet worden. Der weltbeste Golfer Tiger Woods hat dort 1999 und 2001 bei den „Deutsche Bank/SAP-Open“ gewonnen. Der Platz ist eine Herausforderung für gute Golfspieler, die ein einstelliges Handicap haben, da die teilweise sehr langen Par-4-Bahnen extrem schwer zu spielen sind. Wer einen Trip nach St. Leon-Rot plant, kann dort inzwischen sogar zwischen zwei 18-Loch-Anlagen wählen: Auf dem nach schottischem Vorbild gebauten Links-Course „Leon“, in der erwähnten Umfrage bereits auf Platz 14 gelandet, lohnt ebenfalls ein Spiel.

Der Hamburger Golf Club Falkenstein rangiert seit Jahrzehnten bei sämtlichen Umfragen zu Deutschlands schönsten Plätzen immer ganz vorn. Fast 100 Jahre alt ist der renommierte Club bereits, der Platz wird von alten Bäumen beherrscht. Im Clubhaus hängen 18 Deutsche Mannschafts-Meistertitel – so viele wie in keinem anderen deutschen Club.

Das Palmerston Resort in Bad Saarow bietet – wie St. Leon-Rot – einen zweiten Platz als Alternative: Der so genannte „Palmer“-Platz landete bei der Umfrage immerhin auf der sechsten Position. Die beiden von den ehemaligen Weltklassespielern Nick Faldo und Arnold Palmer 1993 gebauten Anlagen am Scharmützelsee im Südosten Berlins gelten als große golferische Herausforderung.

Doch nicht nur den Profis unter den Amateurgolfern hat die deutsche Golfszene inzwischen viel zu bieten: So haben sich beispielsweise Resorts im bayerischen Bad Griesbach und in Fleesensee in Mecklenburg-Vorpommern zu echten Einsteiger-Zentren entwickelt und bieten Golf fast rund um die Uhr. Neben Schnupperkursen, Platzreife-Prüfungen und Gruppen- oder Einzeltraining locken sie die Freunde der kleinen Bälle auch mit Wellness-Angeboten. dpa

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