• Vorbeugen gegen Bazillen & Co.: Sauber bleiben - wie sich Ansteckungen vermeiden lassen

Vorbeugen gegen Bazillen & Co. : Sauber bleiben - wie sich Ansteckungen vermeiden lassen

Möglichst wenig anfassen, gezielt desinfizieren: Mit ein paar Regeln kann man Viren und Bakterien auf Abstand halten.

Angie Pohlers
Dicke Luft. In der U-Bahn herrscht erhöhte Ansteckungsgefahr. Foto: dpa
Dicke Luft. In der U-Bahn herrscht erhöhte Ansteckungsgefahr.Foto: dpa

Impfpflicht hin oder her: Gegen viele Erkrankungen und Infekte gibt es kein Serum. Ansteckungsgefahr lauert überall. Trotzdem gibt es einige Verhaltensregeln, die das Risiko minimieren. Wo die Viren lauern und wie man sich gegen die Erreger schützt.

IM ÖFFENTLICHEN NAHVERKEHR

Die Fahrt mit der U-Bahn – ein Bad im Bazillenmeer? „Wenn jemand niest, verteilen sich die Tröpfchen wie ein feiner Nebel im ganzen Waggon“, sagt der Friedenauer Allgemeinmediziner Stephan Bernhardt. Kritisch werde es aber erst, wenn man direkt angeniest wird und kein stabiles Immunsystem hat. Auch das Fenster zu öffnen, um die Erreger nach draußen zu leiten, helfe nur bedingt und hänge vom Luftzug ab. „Manchmal werden die Erreger auch nur durch den Raum gepustet.“ In der Luft und an den Griffstangen überleben Bazillen oft mehrere Stunden. Wer unterwegs ist und sich deshalb nicht regelmäßig die Hände waschen kann, sollte eine Flasche mit desinfizierendem Handgel dabeihaben. Die gibt es in Reisegröße und für wenig Geld in fast jeder Drogerie. Stephan Bernhardt empfiehlt eine gezielte Anwendung, etwa nach dem Griff zum Einkaufswagen, an das Rolltreppengeländer, den Knopf im Aufzug oder die Türklinke zur Arztpraxis. Noch besser sei es, am besten nur den Ellenbogen einzusetzen. Masern müsse man hingegen kaum fürchten, wenn man bei einer Vollbremsung im Bus doch mal an die Stange greift. „Diese Viren leben vor allem von der Tröpfcheninfektion“, sagt Bernhardt. Also einen Mundschutz anlegen? Der Mediziner rät normal gesunden Patienten von übertriebener Vorsicht ab.

AM ARBEITSPLATZ

Im Büro lauern Bazillen und Viren vor allem da, wo es keine moderne Klimaanlage gibt. Diese enthalten heute oft viele Virenfilter und lassen die Luft von oben nach unten und nicht quer durch das Büro zirkulieren. Was aber tun, wenn es im Büro kein Belüftungssystem gibt? „In diesem Fall alle ein bis zwei Stunden stoßlüften“, empfiehlt Stephan Bernhardt. Das verringere nicht nur die Zahl der Erreger in der Luft, sondern sei auch gut für die eigene Gesundheit. Wer seinen Arbeitsplatz zum Beispiel im Schichtbetrieb mit Kollegen teilt, kann während der Grippezeit die Tastatur und besonders den Telefonhörer vor der Benutzung mit speziellen Reinigern desinfizieren. Ansonsten gilt es, den Händedruck zu vermeiden – auch wenn das nicht bei jedem Termin möglich sein wird.

IN KITA UND SCHULE

Wer seinen Nachwuchs in der Kita oder Schule vor Keimen schützen möchte, hat es besonders schwer. Beim Spielen und Rangeln haben die Kinder engen Kontakt, sie fassen sich selbst und auch gegenseitig häufig ins Gesicht. „Man kann versuchen, den Kindern zu erklären, was beim Husten passiert“, sagt Bernhardt. Vermeiden ließen sich Infekte aber gerade bei den Jüngsten nicht, erst im Schulalter würden die Erkrankungen weniger häufig. Oft seien Kinder aber ohnehin nach wenigen Tagen wieder gesund. Bei Maserngefahr könne es dennoch sinnvoll sein, die Kinder zu Hause zu lassen.

SELBST ERKRANKT – ANDERE SCHÜTZEN

Wer kränkelt, sollte fair sein und andere vor einer Ansteckungsgefahr bewahren – also sich nicht zur Arbeit schleppen, sondern zu Hause bleiben. Kribbelt es in der Nase, sollte natürlich nicht hemmungslos geniest werden. Aber auch die Hand vor dem Gesicht ist wenig empfehlenswert, da man die Bakterien beim Händeschütteln und Klinkedrücken doch noch weiterverteilt. Wer in die Armbeuge niest und hustet, verhält sich richtig. Gut geeignet ist auch ein Papiertaschentuch, sofern es direkt nach der Benutzung im Mülleimer landet. Stofftaschentücher sind ein totales Tabu. Meistens werden sie mehrfach verwendet, bleiben dann als Virenschleudern länger in der Hosentasche und können sogar beim Befüllen der Waschmaschine noch Keime auf Hände übertragen, warnt Stephan Bernhardt. So wirken sie regelrecht wie Biowaffen. „Stofftaschentücher gehören maximal als Einstecktuch in die Brusttasche.“ Und zwar unbenutzt.

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