Berlin : Vorbild Rom

Andreas Conrad

würde gerne Roller fahren, weiß aber leider nicht wo Bekanntlich waren Elektro-Roller auf den Straßen des alten Roms nicht üblich, jeder Asterix-Leser weiß das. Schon gar nicht wäre Titus, längst volljähriger Sohn Kaiser Vespasians, noch damit herumgesaust, als er von Papa über kluge Steuerpolitik belehrt wurde. „Pecunia non olet – Geld stinkt nicht“, so des Herrschers Entgegnung auf die jugendliche Entrüstung, dass nun auch Roms Pissoirs besteuert werden sollten. Über derlei anrüchige Einnahmequellen können wir uns in Zeiten der Pachttoilette schon lange nicht mehr aufregen. Man muss entlegenere Geldquellen erschließen, um uns noch zu respektvollem Nicken zu bewegen: Sieh an, nicht nur an defektem, sondern auch an grundsätzlich unzulässigem Fahrwerk lässt sich verdienen. Erst wird es von Amts wegen beschlagnahmt, dann auf den Markt geworfen, um bei Nutzung durch den neuen Besitzer neuerlich dem Geldkreislauf zugeführt zu werden. Vespasian hätte den Roller-Käufer immerhin auf die Wege jenseits des Limes verweisen können. Uns bleibt nur der Hinterhof.

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