Wahlkampf mit Brexit : Berliner FDP umwirbt Start-Ups in London

Die FDP ist mit Werbetafeln durch London gefahren. Der Inhalt ihrer Botschaft: Die Start-Ups sollten sich nicht über den Brexit aufregen - sondern nach Berlin ziehen.

Anett Selle
Trucks mit FDP-Werbung rollen durch London.
Trucks mit FDP-Werbung rollen durch London.Foto: Screenshot Tweet von Charles Hawley

Am 4. Juli rollte ein Werbe-Truck durch die britische Hauptstadt, mit einer deutlichen Botschaft : "Liebe Start-Ups, bleibt ruhig und zieht nach Berlin." Urheber der Aktion war der Berliner Landesverband der FDP, mit Unterstützung der Werbeagentur Heimat.

"Wir wollten ein Signal abgeben", erklärt Christian Renatus, der Wahlkampfleiter des Landesverbandes, "Deutschland hat zu wenig Start-Ups." Sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien habe die Aktion durchgehend für positive Reaktionen gesorgt. Deshalb werde man auch in Berlin weitere Veranstaltungen zu diesem Thema durchführen. "Wir verstehen uns als Interessenvertreter Nummer eins für deutsche Start-Ups", so Renatus.

Nicht nur Lob

Auf der Facebook-Seite des Landesverbandes wird die Aktion allerdings nicht nur positiv aufgenommen: Ein Kommentator wirft der Partei vor, Öl ins Feuer zu gießen. Immerhin sei sie doch selbst gegen den Brexit gewesen. Die Antwort der Berliner FDP: Man habe die Liberalen in Großbritannien bis zuletzt darin unterstützt, gegen die Leave-Kampagne zu mobilisieren. Aber: "Leider hat es nicht gereicht. Die Briten haben sich entschieden und das müssen wir respektieren." Viele Start-Ups würden auch in Zukunft die Vorteile der EU genießen wollen, was in London eben nicht mehr möglich sei. "Wir bedauern das sehr. Jetzt heißt es: Nach vorn blicken und das Beste draus machen."

Auch FDP-Chef Christian Lindner wirbt auf seiner Facebook-Seite mit der Aktion. Die Reaktionen sind aber sehr gemischt. Viele zollen Respekt für die Aktion, aber es gibt auch Kritik. Es sei ein Nachtreten, das unnötig sei. Das Facebook-Team von Christian Lindner verteidigt die Aktion: "Das ist kein Nachtreten, sondern eine Aktion mit Augenzwinkern."

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