Berlin : Warum kam es zum Verkehrskollaps?

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DIE AKTUELLE FRAGE

Winfried Deutsch war als Leiter des Verkehrsdienstes der Polizei verantwortlich für die Verkehrssperrungen am Wochenende. Dass es Staus geben wird, war ihm, wie er sagt, schon im Voraus klar. Am Sonnabendnachmittag brach während des Marathonlaufs der Skater in Teilen der Stadt der Verkehr zusammen.

Warum kam es am Sonnabend zum Verkehrskollaps?

Es war das erste Mal, dass ein Marathon am Sonnabend stattfand. Und Sonnabendnachmittag ist nun mal Einkaufszeit mit einem sehr hohen Verkehrsaufkommen. Deswegen waren wir eigentlich dagegen.

Wieso sperrt die Polizei bereits eine Stunde vor dem Start die gesamte Strecke? Der Veranstalter teilte mit, einzelne Punkte würden erst rund 30 Minuten vor Eintreffen der Spitze gesperrt.

Wir haben uns nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre gerichtet. Deswegen haben wir am Sonnabend bereits um 15 Uhr die Strecke gesperrt und am Sonntag schon von 8 Uhr an. Das Aufstellen von Sperrbaken braucht Zeit, und davor muss die Strecke von Fahrzeugen geräumt werden. Der Zeitraum ist knapp bemessen und reicht meist gerade so aus. Der Veranstalter hatte mit uns nicht abgesprochen, erst eine halbe Stunde vor Eintreffen der Läuferspitze zu sperren.

Durfte jeder Polizist selbstständig entscheiden, wann und wo er absperrt?

Nein. Jeder Beamte bekommt seinen Einsatzort genannt. Diese Orte sind im Vorfeld mit dem Veranstalter abgesprochen worden. Außerdem wird dem Beamten mitgeteilt, was er zu tun hat – also entweder absperren oder den Verkehr umleiten.

Gibt es keine Kommunikation zwischen den Beamten? Viele Autofahrer beklagten sich am Sonnabend, sie seien in die Irre geschickt worden.

Zwischen den Sperrposten besteht keine Kommunikation. Da sie aus allen Bereichen der Polizei zusammengezogen werden, müssen sie sich in dem Kiez, in dem sie eingesetzt werden, auch nicht unbedingt auskennen – obwohl wir uns um ortskundige Beamte bemühen. Außerdem ist es nicht die Aufgabe der Verkehrsposten herauszufinden, wo noch Schlupflöcher für Autofahrer sind. Vordringlich ist es nur, die Strecke zu sperren.

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