Berlin : Warum sterben Männer früher?

Amory Burchard

Ist das 21. Jahrhundert das Zeitalter der Genmanipulation? Warum sterben Männer früher als Frauen? Der Gesundheitstag 2000, der am heutigen Mittwoch um 19 Uhr im Audimax der Technischen Universität eröffnet, stelle und beantworte mindestens 500 solcher Fragen, versprechen die Organisatoren. Denn in ebenso vielen Veranstaltungen wollen sich Spezialisten der "Gesundheitsbewegung" bis zum 4. Juni untereinander und mit Besuchern in Berlin austauschen. Zu Themenbereichen wie Patienten-Rechte und Selbsthilfe, Frauengesundheit, Migration und Internationale Gesundheit werden an der TU, der Technischen Fachhochschule, auf dem Campus Virchow-Klinikum der Charité und im Willy Brandt-Haus Seminare, Vorträge, Workshops und Kulturveranstaltungen angeboten.

Mitorganisator Ellis Huber vom Berliner Bündnis für ein soziales Gesundheitswesen rechnet mit rund 3000 Teilnehmern (siehe Interview). Huber, der 1980 den ersten Berliner Gesundheitstag veranstaltete, verfolgt jetzt ein ehrgeiziges Projekt: Ein "Gesundheitsparlament" mit 100 Delegierten aus Nicht-Regierungs-Organisationen soll über den von ihm verfassten Entwurf für eine "Berliner Charta für ein soziales Gesundheitswesen" beraten. Das Parlament tagt täglich vier Stunden öffentlich in der TU.

Einer der prominenten Gäste des Gesundheitstages ist Bundesministerin Andrea Fischer (Bündnis 90 / Die Grünen). Sie stellt sich am Donnerstag um 11 Uhr in der TU der Diskussion über die "Integrierte Versorgung". Es geht um die Schaffung von Praxisnetzen, in denen "patientennahe Wege für mehr Qualität" gefunden werden sollen. Die ehemalige Sozialministerin des Landes Brandenburg, Regine Hildebrandt, hält in der TU am Freitag um 11 Uhr einen Vortrag über die Betreuung chronisch Kranker am Beispiel der Diabetiker.

Die Sprecherin des Gesundheitstages, Gundel Köpke, betont, dass nicht ausschließlich alternative Heilmethoden propagiert werden sollen. Vielmehr müssten Bereiche wie Schulmedizin und Esoterik "für eine Gesundung zusammenspielen." Mitveranstalterin Christa Kliemke, Stadtplanerin vom TU-Institut für Gesundheitswissenschaften, will an den Aufbruch der Bewegung der achtziger Jahre anknüpfen. Es sollten Lebensbedingungen gestaltet werden, die gesundheitsfördernd und krankheitsverhindernd seien. Kliemke leitet eine Vortragsreihe über "Stadtplanung und Gesundheit", die am Donnerstag um 11 Uhr in der TU beginnt.Eine Dauerkarte kostet 230 Mark (ermäßigt 115 Mark), Tageskarten 100 Mark (50 Mark), der Eintritt zu einzelnen Veranstaltungen 10 bis 20 Mark. Es gibt auch Angebote mit freiem Eintritt. Informationen unter der Telefonnummer 8599 9778.

Das Programm finden Sie unter www.Gesundheitstag.de

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