Berlin : Was die Ärzte raten

Jeder dritte Mediziner gab eine Klinikempfehlung ab

Sylvia Dreßler,Hans-Dieter Nolting

Der zweite Berliner Klinikvergleich bietet den Leserinnen und Lesern des Tagesspiegels eine Fülle von Informationen über das Leistungsangebot der Berliner Krankenhäuser. Die Empfehlungen der Ärzte beruhen auf einer Umfrage unter den in Berlin niedergelassenen Medizinern, die einer der folgenden Fachgruppen angehören: Allgemeinärzte, Kardiologen, Internisten, Gastroenterologen, Onkologen, Lungenärzte, Frauenärzte, Orthopäden, Neurologen, Gefäßchirurgen, Hautärzte, Augenärzte sowie Urologen. Insgesamt erhielten rund 4650 Ärzte im April ein Schreiben von den Initiatoren des Klinikvergleichs. Dem Brief war ein Fragebogen beigefügt, mit dem der Arzt zu maximal vier Indikationen um Empfehlungen gebeten wurde. Die Indikationen waren nach der Fachgruppe des Arztes ausgewählt. Die Orthopäden sollten zum Beispiel Kliniken empfehlen für Patienten, die ein künstliches Knie, eine künstliche Hüfte benötigen oder einen Schenkelhalsbruch erlitten haben.

Zu jeder der maximal vier Indikationen sollte der Arzt zunächst Kliniken nennen, die er den Patienten seiner Praxis empfiehlt. Bis zu drei Kliniken je Indikation konnten hier genannt werden. Darüber hinaus sollte auch angegeben werden, in welche Klinik der Arzt selbst gehen oder Angehörigen schicken würde, wenn sie sich dem Eingriff unterziehen müssten. Damit sollten die von Ärzten besonders hoch geschätzten Kliniken in der Auswertung besser erkennbar werden.

Um zu erreichen, dass die Ergebnisse durch regional unterschiedlich hohe Antwortbereitschaften der Ärzte weniger beeinflusst werden, wurde das Stadtgebiet in 25 Regionen mit etwa gleich großer Zahl dort ansässiger Ärzte eingeteilt. In Regionen mit schwachem Rücklauf wurde gezielt nachgearbeitet, indem Ärzte, die auf die Anschreiben nicht reagiert hatten, per Telefon um Mitwirkung gebeten wurden und so eine ungefähr gleich große Beteiligung der Ärzte in allen Regionen der Stadt erreicht. Für Berlin gesamt beträgt die Beteiligung 31,2 Prozent – das entspricht 1449 Ärzten. Diese Rücklaufquote ist für eine Umfrage unter niedergelassenen Ärzten außergewöhnlich hoch und stellt eine gute Basis für den Berliner Klinikvergleich dar.

Für die Auswertung wurden sämtliche zu einer Indikation abgegebenen Empfehlungen summiert und berechnet, welcher Anteil aller Empfehlungen auf jede Berliner Klinik entfällt. In der Auswertung wurden nur Empfehlungen für Berliner Kliniken berücksichtigt, die die Behandlung aktuell tatsächlich durchführen.

Die Autoren arbeiten am Institut für Gesundheits- und Sozialforschung Berlin.

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