Berlin : Was in Bonn Beamtenzimmer schmückte, ist in Berlin noch nicht angekommen

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Die Büros der Bundestagsabgeordneten in Bonn wurden einst von etlichen Druckgrafiken und einigen Ölbildern geschmückt. In Berlin jedoch muss der eine oder andere Beamte vorerst kahle Wände anschauen, weil die Werke nach dem Umzug noch im Lager stehen. Denn erst, wenn sie identifiziert und den jeweiligen Besitzern zugeordnet sind, können sie in den jeweiligen Büros aufgehängt werden.

Bei Umzügen dieser Größenordnung ist es üblich, dass die einzelnen Stücke von der Spedition nummeriert und katalogisiert werden, weil sonst ein undurchdringliches Durcheinander entstünde - und hier ging es immerhin um 3500 Stücke. Dies scheint beim Bonn-Berlin-Umzug aber nicht vollständig geschehen zu sein, und offenbar ist eine geringe Zahl der Bilder auch falsch beschriftet worden. Eine Sprecherin des Bundestages bestätigte diese Panne; zum Beispiel muss Hans-Peter Repnik, der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, immer noch auf sein Ölbild warten.

Viele dieser Werke aus den Bonner Büros, rund 3000, kommen aus dem Ausleihbestand des Parlaments. Doch etwa 500 gehören zum Privatbesitz der Abgeordneten. Die Druckgrafiken seien bereits in den sechziger Jahren gekauft worden, weshalb ihr Wert - abgesehen vom persönlichen - nicht einzuschätzen sei, sagte die Sprecherin.

Dies war auch der Grund, weshalb die Umzugsbeauftragten keine gewöhnliche Firma eingeschaltet haben, sondern ein Spezialunternehmen, in dem Experten am Werke waren. Nun ist ein anderer Kunstexperte damit beschäftigt, die herrenlosen Stücke zu fotografieren und zu katalogisieren für all jene, die gegenwärtig noch auf kahle Wände blicken. Es heißt, außer den Betroffenen selbst sei niemand böse. Schließlich gehe es nur um "30 bis 40 Fälle".

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