• Was Jugendliche an „Counterstrike“ so reizt Internet-Café-Betreiber betonen Aufsicht und Selbstkontrolle

Berlin : Was Jugendliche an „Counterstrike“ so reizt Internet-Café-Betreiber betonen Aufsicht und Selbstkontrolle

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„Gib mir Deckung“ und „Vorsicht, Terrorist von rechts“, diese Rufe schallen durch viele InternetCafés in Berlin, wenn auf den Bildschirmen das Computerspiel Counterstrike läuft. Statt allein zu Hause zu spielen, zieht es viele Jugendliche in öffentliche Internet-Cafés. Denn hier sind alle Computer miteinander vernetzt. Es wird nicht allein, sondern in Teams gespielt. Bei Counterstrike kämpfen Terroristen gegen Spezialeinheiten der Polizei. Das umstrittene Spiel gehört zum Genre der „Ego-Shooter“. Der Spieler sieht vor sich den Lauf der eigenen Waffe und muss möglichst viele Gegner erschießen. Spätestens seit Erfurt sind diese Ego-Shooter für Kritiker ein rotes Tuch.

Auch das Kriegsspiel Battlefield 1942 gehört zum Standardangebot vieler Internet-Cafés. Es versetzt die Mitspieler an die Schauplätze bekannter Schlachten des Zweiten Weltkrieges. Bis zu 64 Spieler gleichzeitig bekriegen sich auf dem Bildschirm, mal zu Fuß, dann in Fahrzeugen, von Schiffen, U-Booten und aus der Luft heraus. Counterstrike und Battlefield 1942 sind beide erst ab 16 Jahren erlaubt. Das Landeskriminalamt hat auf seinen Razzien in Berliner Internet-Cafés jedoch auch weit jüngere Teenager vorm Bildschirm erwischt, wie sie sich mit virtuellen Maschinengewehren bekriegten. Die gesamte Szene ist in Verruf geraten.

„Seit vier Jahren genießen wir das Vertrauen des Gewerbeamts und plötzlich behandelt man uns fast wie Kriminelle“, beklagt sich Marco Benz, Inhaber der Berliner Internet-Cafés Joy Net I und II. In seinen Cafés habe man sich schon immer an die Altersklassifizierungen gehalten. Bei Benz kommt niemand unter 14 Jahren in die Läden, für unter 16-Jährige sind die Ballerspiele tabu. 14- und 15-Jährige dürfen nur bis 18 Uhr spielen und werden von den Mitarbeitern an Plätze gesetzt, deren Bildschirme für sie einsehbar und damit kontrollierbar sind. In den letzten Monaten sei es ruhig in seinen Läden geworden. „Die Eltern haben Angst, dass sie ihr Kind falsch erziehen, wenn sie es ins Internet-Café schicken.“ Doch Counterstrike sei nicht das, was ein Internet-Café ausmache, verteidigt der 31-Jährige seine Branche. E-Mail, Chat, Strategiespiele, die Kommunikation, das alles sei viel zentraler. vv

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