Was macht die Familie? : Durchs Reich der Burger reisen

Wie ein Vaterdie Stadt erleben kann.

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Von Rio Reiser stammt die Erkenntnis, dass Hamburg nicht die Hauptstadt von McDonald’s ist. Klar, sagt der Kleine meiner drei Jungs, wenn denn dieses Paradies moderner Ernährung irgendwo regiert werde, dann natürlich im besten Land der Welt zwischen New York und Los Angeles. Amerika, du hast es besser... Das Kind hat sich schon immer für die USA begeistert. Sein Meisterstück war es, die Oma zu einem New-York- Ausflug zu überreden und sich so gut vorzubereiten, dass die gute Frau noch heute glaubt, sie schulde ihm eigentlich ein Reiseleiterhonorar.

Seit New York steht für ihn fest, dass er mal ein Jahr als Austauschschüler in den USA verbringen will, am besten in einem Penthouse an der 5th Avenue. Dezent und vergeblich haben die Frau und ich angemerkt, dass die USA ein bisschen größer sind als Manhattan und es ihn genauso gut auf eine Zuckerrübenfarm nach Nebraska verschlagen könnte.

Im kommenden Sommer soll das Austauschjahr beginnen, und am Entschluss des Kleinen hat sich nichts geändert. Also gut, hat die Frau gesagt, dann wolle sie aber auch sehen, was da zukomme auf ihr Nesthäkchen. So sind wir mit unseren drei Jungs drei Wochen lang durch die USA gefahren. Erst, natürlich, nach New York, dann über Cape Cod nach Boston, Maine, New Hampshire und Vermont bis nach Kanada und zurück nach New York. Nach knapp 5000 Kilometern auf Highways und Freeways und Interstates steht allerdings die immer noch offene Frage, wo denn nun die Hauptstadt von McDonald’s ist. Denn Burger und Pommes und Zwiebelringe gab es überall und reichlich, ein wirkliches Zentrum ließ sich beim besten Willen nicht ausmachen.

Zurück in Berlin hat der Kleine gesagt, es sei eine großartige Reise gewesen, aber irgendwie sei es damit auch gut. Natürlich stehe er nach wie vor zu dem Austauschjahr, aber es könne ja auch ein bisschen weiter südlich stattfinden. „Was hältst du eigentlich von argentinischen Steaks, Papa?“ Sven Goldmann

Wer sein Kind im Schuljahr 2014/15 ins Ausland schicken will, sollte nach den Ferien mit den Planungen beginnen. Der Autor empfiehlt einen Blick auf die Seite www.afs.de.

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