Was macht die Familie? : Ins andere Berlin verreisen

Bei Ferienreisen haben zwei Berliner einen unerwarteten Schatz mitten im Vergnügungspark gefunden: Ein Mini-Berlin aus dem Jahr 1900. Da geht es aber weniger um historische Genauigkeit, als vielmehr um den Spaß.

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Der Vergnügungspark Phantasialand bietet Attraktionen, die Kinder sowie Erwachsene genießen können.
Der Vergnügungspark Phantasialand bietet Attraktionen, die Kinder sowie Erwachsene genießen können.Foto: dpa

Jan und Josefine sind in diesen Sommerferien auf ganz großer Fahrt. Erst mit den Eltern in die Bretagne, zuletzt mit den Pfadfindern in die Schweiz und mittendrin mit den Cousins ins Phantasialand. Das liegt irgendwo dazwischen, in Brühl, unweit von Köln. Und siehe da, wenn einer eine Reise macht, dann kommt er oft genug bei sich selbst wieder an. Seit der Lektüre von Tigerentes Reise nach Panama sind auch Jan und Josefine mit dem Phänomen vertraut.

Eine unerwartete Vergnügung

Womit sie aber am wenigsten gerechnet haben dürften, ist die Wiederbegegnung mit Berlin in dem Vergnügungspark. Zwischen Chinatown und Mexico, Deep in Africa und Mystery ist die Reichshauptstadt um 1900 angesiedelt. Die gute alte Zeit wird zum Leben wiedererweckt mit Schuhputzer, Hochradfahrer und Polizist samt Pickelhaube. Sogar den Wintergarten gibt es in diesem Berlin, dessen Unter den Linden aber auch gar nichts mit der Prachtstraße von einst zu tun hat. Egal. Auf die perfekte Rekonstruktion kommt es ohnehin nicht an, sondern auf die Stimmung. Dieses Berlin stellt im Vergleich zum Halligalli drumherum die reine Erholung dar – mal umgekehrt zur aktuellen Situation der Partymetropole. Hier geht es gemächlich zu. Dramatischer Höhepunkt: das Kettenkarussell. In der kaiserlichen Tortenfabrik geht es auf Mäusejagd, angefeuert von Kammerjäger Oskar Koslowski. Im „verrückten Hotel“ stolpert der Besucher durch kopfüber gedrehte Räume und hangelt sich bewegliche Treppen hoch.

Die Mini-Stadt erfahren

Jan und Josefine haben patriotisch das komplette Berlin-Programm absolviert. Das war nach den Schrecknissen der Black Mamba, die alle gnadenlos in die Tiefe reißt, den Loopings der Colorado-Adventure-Bahn und dem Horror im Mystery Tower mit Stürzen aus 50 Metern Höhe auch bitter nötig. Gewiss, das Berlin der Jahrhundertwende richtet sich eher an die Älteren und deren Enkel. Auch als Eltern haben wir dieses Angebot gern angenommen. Im Winter soll es dort sogar eine Eisbahn geben als weitere Form der Entschleunigung. Jan und Josefine haben schon Tickets organisiert.

Die wahre Stadt

Auch das richtige Berlin hat seine Vergnügungsparks: Jack’s Fun-World in Wittenau und Legoland Discovery am Potsdamer Platz.

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