• Was vor zehn Jahren als selbstverwaltete Kulturinitiative begann hat sich als feste Größe etabliert

Berlin : Was vor zehn Jahren als selbstverwaltete Kulturinitiative begann hat sich als feste Größe etabliert

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Donnerstag, Humboldt-Universität. Preisträger und Preisstifter haben eine ähnliche Geschichte: Die Kultur kam später, erst kam das Essen, oder das, was dazu gehört: Alfred Toepfer verdiente sein Geld als Getreidehändler, bevor er sein Vermögen am Ende der Weimarer Republik in eine Stiftung überführte, die seit den 50er Jahren alljährlich den Freiherr-vom-Stein Preis für vorbildhafte Kulturvermittlung auslobt. Der diesjährige Preisträger, der Verein "Glashaus", betreibt das Kulturzentrum "Brotfabrik" in einer ehemaligen Großbäckerei in Weißensee. Was vor zehn Jahren als selbstverwaltete Kulturinitiative im ehemaligen Jugendclub begann, hat sich mit Kino, Theater und Café als feste Größe etabliert. Vereinsvorsitzender und seit Anfang an dabei, ist Jörn Fügmann. Ob er jemals daran dachte, aufzugeben? "Nie." Kein Wunder, denn Fügmann und seine Vereinskollegen denken immer nur von einem Tag zum anderen. Die Zukunft wird dann verhandelt, wenn sie dran ist, zum Beispiel der Restitutionsanspruch des Alteigentümers. Die Chancen der Brotfabrik stehen allerdings gut: Im Gegensatz etwa zum "Acud" befindet sich die Brotfabrik im Besitz des Landes. Fügmann ist zuversichtlich und plant den weiteren Ausbau: Mit dem Preisgeld von 50 000 Mark soll ein Teil der Gebäude zur Tanzetage umgebaut werden. Christine Keil, stellvertretende Bürgermeisterin von Weißensee und im Bezirk zuständig für die Kultur lobt ausdrücklich Fügmanns Optimismus. Der bittet zur anschließenden Preisverleihung den Vereinsvorstand nach vorne. Frau Toepfer, die Schwiegertochter des Stifters gratuliert. Dann spielt ein Harfenduett. Gefeiert wird abends in der Brotfabrik.

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