Berlin : WBM verkauft mehr als 1300 Wohnungen

Immobiliengesellschaft muss zur Sanierung aber noch weitere Objekte abgeben

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Die Sanierung der finanziell angeschlagenen Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) kommt voran. Wie eine Sprecherin gestern mitteilte, verkaufte das landeseigene Unternehmen 1347 Wohneinheiten mit einer Fläche von rund 78 700 Quadratmetern an die börsennotierte Immobiliengesellschaft Vivacon. Die Höhe des Kaufpreises teilten die Vertragspartner nicht mit. Branchenkennern zufolge liegt der Ertrag jedoch weit über den Erwartungen, weil die Nachfrage nach Berliner Immobilien derzeit groß ist.

Dies bestätigte die WBM: „Der Aufschwung am Immobilienmarkt hilft uns bei der Sanierung der Gesellschaft“, sagte Sprecherin Steffi Pianka. Mit dem gestern öffentlich gemachten Geschäft ist der Ausverkauf von Wohnungen bei der WBM allerdings noch lange nicht abgeschlossen. „Wir werden aber insgesamt deutlich weniger als 10 000 Wohnungen verkaufen“, sagte Pianka. Ursprünglich hatte die WBM die Veräußerung von 15 700 Einheiten angestrebt. Der Senat, der die WBM über den Aufsichtsrat kontrolliert, hatte diese Pläne aber gestoppt. Nun werden Wohnungen in kleineren Paketen von 1000 bis 1500 Einheiten veräußert, um den Schuldenberg abzutragen.

Außerdem wird ein Sanierungsprogramm umgesetzt. Dieses sieht neben dem Verkauf von Wohnungen den Abbau von Stellen in der Gesellschaft und die Senkung der Sachkosten vor. Von ihren ursprünglich 600 Mitarbeitern beschäftigt die WBM heute nur noch 500 – und noch weitere Mitarbeiter werden ihren Arbeitsplatz verlieren.

Bei der Sanierung kommt der WBM die gegenwärtig entspannte Lage an den Finanzmärkten entgegen: Durch die Umschuldung alter Kredite mit hohen Zinsen in neue Darlehen zu günstigeren Konditionen konnte die WBM ihre Kosten senken.

In SPD-Kreisen war deshalb zuletzt zu hören, dass die WBM „nur“ 6000 Wohnungen verkaufen müsse, damit die Schulden das Ergebnis der Gesellschaft nicht mehr dauerhaft belasten. Ein entsprechender Sanierungsplan sei mit den Gläubigerbanken abgestimmt. Verkauft werden soll dem Vernehmen nach vorrangig ein Bestand von rund 3000 Einheiten in Spandau. ball

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