Berlin : Weg mit „Berlin“

Andreas Conrad

sieht im Namen dieser Stadt ungenutztes Kapital Vielen sind die Risiken der Kernspaltung zu friedlichen Zwecken trotz jahrzehntelanger Debatten ziemlich schnuppe geblieben. „Wieso Atomkraft? Bei mir kommt der Strom aus der Dose.“ Diese Leute werden sich vermutlich auch jetzt nicht darüber aufregen, dass auf der Stromrechnung bald nicht mehr Bewag steht, sondern Vattenfall Europe Berlin. Da haben sie ganz Recht, denn das Beharren auf Traditionsnamen kommt wirklich zunehmend außer Mode. Nehmen wir nur die Stadien dieses Landes: Immer mehr heißen inzwischen nach den Firmen, die dort das dicke Geld reingesteckt haben. Davon profitieren alle, und so ist eigentlich nicht mehr einzusehen, warum Berlin noch immer so heißt, wie es seit Jahrhunderten schon heißt. Ist damit noch Kasse zu machen? Gerade in Berlin sehen wir, dass es auch anders geht. Niemand regt sich hier über Siemensstadt auf, längst ist der Name Teil hiesiger Identität. Warum also nicht in einer mindestens europa-, besser noch weltweiten Ausschreibung „Berlin“ zur Disposition stellen? Man könnte aber auch kleiner beginnen, mit einem Bauwerk vielleicht. Also, Investoren dieser Welt: Das Brandenburger Tor, was ist es euch wert?

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben