Berlin : Weihnachten ist gerettet: Diepgen besichtigte Christbäume

Das Aussuchen des Berliner Weihnachtsbaumes 2001 ist vom Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) anscheinend zur Chefsache erklärt worden. Am Sonntag schaute sich der Regierungschef in einem Wald nahe Kloster Banz (Bayern) eine Fichte an, die für die Hauptstadt geeignet sein könnte. Diepgen will offensichtlich verhindern, dass auf dem Breitscheidplatz erneut ein solch "mickriger" Baum aufgestellt wird wie im Vorjahr. Der zerfledderte Nadelbaum war nämlich nach Bürgerprotesten noch vor dem Schmücken wieder entsorgt worden.

Die von Diepgen in Augenschein genommene Fichte wird im Dezember allerdings nicht in die Hauptstadt gebracht. Sie ähnelt lediglich dem künftigen Berliner Weihnachtsbaum, der 100 Kilometer von dem besichtigten Exemplar entfernt im Frankenwald steht und angeblich ebenso tadellos gewachsen sein soll wie das besichtigte Modell. Diepgen wurde bei seiner Exkursion von Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) begleitet.

Die prominente Unterstützung war offenbar darauf zurückzuführen, dass den Bayern der "Weihnachtsbaum-Skandal" des Vorjahres noch immer peinlich ist. Die Einladung wurde von einer freundlichen Geste begleitet, die Begleitworte dazu fielen allerdings bayrisch-bodenständig aus. Vom zuständigen Revierförster bekam der Regierende nämlich einen Mini-Weihnachtsbaum im Topf mit der Bemerkung geschenkt: "Herr Diepgen, wenn dieser Baum groß ist, sind Sie nicht mehr Regierender Bürgermeister."

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