Weihnachtsbaum selber schlagen in Werder : „Die Nordmann hält was aus“

An 40 Orten in den Brandenburger Wäldern kann man sich seinen eigenen Tannenbaum schlagen. Karin Lorenz vom Werderaner Tannenhof über erste Kunden, die Unterschiede zwischen den Baumarten und das Geschäft während des restlichen Jahres.

Nora Tschepe-Wiesinger
Den Weihnachtsbäumen geht’s jetzt an den Stamm.
Den Weihnachtsbäumen geht’s jetzt an den Stamm.Foto: dpa

Frau Lorenz, ab Mittwoch kann man sich auf Ihrem Tannenhof in Werder seinen eigenen Baum schlagen. Wer kauft denn im November schon einen Weihnachtsbaum?

Jetzt kommen vor allem die Betreiber von Gaststätten und Hotels zu uns, die ihren Baum vor dem ersten Advent aufstellen. Ein Abnehmer ist etwa das Schloss Bellevue. Zum Totensonntag holen viele Kunden auch nur Tannengrün zur Grababdeckung bei uns ab. In den letzten Jahren gab es allerdings den Trend, dass auch Privatkunden sich ihren Weihnachtsbaum schon in der Adventszeit ins Wohnzimmer stellen. Richtig voll wird’s aber tatsächlich erst Anfang Dezember.

Ab nächster Woche werden in der Stadt überall Bäume verkauft - auch von Ihrem Hof. Warum sollen die Leute trotzdem lieber selbst fällen?
Es ist ein schönes gemeinsames Erlebnis. Zudem ist der Baum ganz frisch und man kann sich sicher sicher sein, dass er aus der Region kommt. Wer klug ist, kommt zum Baumschlagen besser unter der Woche als am Wochenende – da ist es leerer.

Karin Lorenz, 54, leitet seit 22 Jahren mit ihrem Mann Gerald Mai den Werderaner Tannenhof in Werder.
Karin Lorenz, 54, leitet seit 22 Jahren mit ihrem Mann Gerald Mai den Werderaner Tannenhof in Werder.Foto: promo

Auf Ihrer Plantage wachsen elf Tannensorten. Wie findet man da die richtige?
Viele Berliner kaufen gerne Nordmanntannen. Die sind besonders robust auch in wärmeren Räumen und halten schweren Weihnachtsbaumschmuck aus. In der Stadt wachsen Nordmanntannen selten, weil der Boden zu sandig ist. Da gibt es eher Blaufichten und Kiefern. Wer nicht weiß, wofür er sich entscheiden soll, kann unseren Weihnachtsbaumlehrpfad besichtigen. Auf Infotafeln sind die Vor- und Nachteile aller Bäume aufgelistet. 1991 haben ich und mein Mann die ersten Nordmanntannen hier in Werder eingepflanzt. Damals war die Plantage zwei Hektar groß und wir hatten keine Ahnung, dass daraus mal fünfzig werden würden. Der lehmige Boden bei uns ist offenbar besonders gut für sie.

Was macht man auf einer Weihnachtsbaum-Plantage, wenn nicht gerade Weihnachten ist?
Im Laufe des Jahres betreiben wir ganz normale Landwirtschaft und pflegen die Bäume. Wir pflanzen die Tannen, wenn sie drei Jahre alt sind, und dann sind sie noch neun weitere Jahre bei uns.

Verpassen Sie den Bäumen so kurz vor Verkaufsbeginn noch mal den letzten Schliff?
Nein, die Bäume sind prima gewachsen in diesem Jahr. Sie sind längst bereit, um geschlagen zu werden.

Auf dem Werderaner Tannenhof kann man seinen Weihnachtsbaum vom 20.11. bis 23.12. täglich von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr selber schlagen.
Am 24.12. findet von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr ausschließlich der Verkauf bereits geschlagener Bäume statt. Für Nordmanntannen, Nobilis-, Fraser-, Colorado und Korktannen bis zu 2 Meter zahlt man 20 Euro pro Meter, für Koreatannen, Blaufichten und Schwarzkiefern 16 Euro pro Meter, und für Serbische Fichten und Rotfichten 14 Euro pro Meter. Größere Bäume ab 2 Meter sind wesentlich teurer und dürfen aus Sicherheitsgründen nicht selber geschlagen werden.

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