Berlin : Weiße Weihnacht: Glatt und weiß geht es ins Neue Jahr

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Wie aus dem Bilderbuch, aber völlig wirr, dieses Wetter. Weiße Weihnachten, pünktlich zu Heiligabend. Aber nicht da, wo man es eigentlich erwarten würde: Berlin ist ein Winterparadies - und Bayern hat gar nichts abbekommen. In München ist über die Feiertage mit zehn bis elf Grad fast der Frühling ausgebrochen. Berlin hingegen wird seinen Winter behalten. Zwar stehen uns nach den Prognosen der Meteorologen zwei mildere und neblige Tage bevor. Aber zum Wochenende soll es wieder kälter werden, so dass die Schneedecke nicht völlig dahinschmelzen wird.

Zehn bis 15 Zentimeter waren es gestern in der Stadt, je nach Lage. Das erste "richtige weiße Weihnachten" (Thomas Globig von Meteofax) seit 14 Jahren. Statistisch wird erst eine Baby-Generation in die Schule wachsen müssen, bevor das Vergnügen erneut auftritt. Durchschnittlich ist Weihnachten in Berlin nur alle sieben Jahre weiß. Noch seltener ist natürlich die perfekte Pünktlichkeit dieses Jahres, die den Meteofax-Meteorologen Globig aufs Schönste bestätigt hat. Seine Theorie war nämlich: Je länger es mild bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der erste Wintereinbruch des Jahres genau auf Weihnachten fällt. Letzlich ist es eben wirres Wetter - mit einem milden Herbst und Frühwinter, einem sonnigen November und einem frühlingshaften Dezember-Beginn. So hat der Weihnachtsschnee auch seine statistische Kehrseite: so spät wie diesmal hat es in Berlin seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen überhaupt noch nie geschneit.

Der Winter nebelt sich heute und morgen wahrscheinlich kurz ein - vielleicht nieselt es auch ein wenig - bevor die Kälte in der Nacht zum Freitag zurückkommt. Gefahr für Fußgänger, Autofahrer und vor allem Radler: Denn der Schlamm wird wieder zu Eis gefrieren. Meteorologisch kann man jedenfalls sagen: Es geht glatt ins neue Jahr.

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