Weltjugendcamp : Polizei verhindert Brandanschlag

Die Polizei hat einen Brandanschlag auf ein Weltjugendtagscamp der katholischen Kirche im thüringischen Volkenroda verhindert.

Volkenroda (13.08.2005, 19:08 Uhr) - Gegen drei Jugendliche im Alter von 15, 18 und 21 Jahren werde wegen der Verabredung zur schweren Brandstiftung ermittelt, teilte die Polizei am Samstag mit. Das Amtsgericht Heiligenstadt erließ Haftbefehl, setzte ihn aber gegen Auflagen außer Vollzug. Das Trio wollte nach Aussagen in den Vernehmungen in der Nacht zu Freitag ein Zelt in dem internationalen Camp anzünden. Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus.

Nach Angaben der Polizeidirektion Nordhausen waren die drei alkoholisierten Männer in den frühen Morgenstunden vermummt in dem von 2000 Menschen aus 20 Nationen bewohnten Zeltlager aufgetaucht und hatten dort randaliert und ein Zelt beschädigt. Einer gab zudem einen Schuss aus einem Luftgewehr ab. Anschließend flüchteten sie in eine Wohnung, wo sie eine brennbare Flüssigkeit mixten. Als sie in das Camp zurückkehren wollten, wurden sie von der Polizei gestoppt und vorläufig festgenommen.

Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs stellten die Beamten eine mit Originalverschluss und Etikett versehene Weinflasche mit einer nach Benzin riechenden Flüssigkeit sicher. Diese sollte in einem Zelt ausgekippt und angezündet werden, wie der jüngste Tatverdächtige in den polizeilichen Vernehmungen gestand. Untersuchungen zur Zusammensetzung der Flüssigkeit laufen noch. Die Polizisten fanden außerdem eine Reichskriegsflagge, das Luftgewehr und von den Jugendlichen benutzte Sturmhauben.

Das Bistum Erfurt reagierte mit Bestürzung auf den Vorfall. Die Tat werfe einen Schatten auf den Weltjugendtag, werde ihn jedoch nicht verdunkeln oder gar verhindern, hieß es in einer am Samstag verbreiteten Erklärung. Die Polizei habe durch die schnelle Festnahme Schlimmeres verhindert. Der Hauptverdächtige ist wegen eines Drogendelikts bereits polizeibekannt. (tso)

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