Berlin : Weltlachtag: Kichern auf Kommando

schirm

Im Berliner Nachtleben hat sich ein Discjockey mit dem Titel "Der lächelnde Schamane" einen Namen gemacht. Nun tut sich eine "Lachende Baronin" als Aktivistin des heutigen Weltlachtages hervor: Mia von Waldenfels, eine Freifrau aus Friedenau, die in ihrer Heim-Psychopraxis nahe einem Seniorenfreizeitheim nach der amerikanischen "Hakomi"-Methode den "Seelen dient". Zwischen den therapeutischen Sitzungen stillt sie das Baby, während ihr Mann Drehbücher und Romane schreibt. Frau von Waldenfels ist eine der Vorlacherinnen, wenn die Berliner Lachgruppen heute unter der Weltuhr auf dem Alexanderplatz in Mitte auf mehr als tausend Lacher hoffen.

Seit der indische Arzt Dr. Madan Katari vor sechs Jahren den Lachtag ins Leben gerufen hat, gründen Gleichgesinnte weltweit Lachclubs, weil das bekanntlich so gesund ist. "Auf unserer Hochzeitsreise trafen wir einen Tibeter, der uns kürzlich vom Weltlachtag berichtet hat", erzählt Mia von Waldenfels, die sogleich lächelnd auf den Zug aufsprang. Die Lachtag-Organisatoren haben als prominentes Zugpferd die Schauspielerin Barbara Rütting vor ihren lustigen Karren gespannt. Nina Hagen, dem Lachen an sich sowie sonstigen esoterischen Handlungen nie abgeneigt, wollte sich nach ihrem indischen Abend neulich im BKA-Theater jedoch nicht von der lachenden Baronin mitziehen lassen. "Ich bin schon online", ließ sie backstage ausrichten. "Nina hätte auch vielleicht unseren Rahmen gesprengt", meint die lachende Baronin, die auf Erfahrungen zwar nicht als Klinik-Clown, wohl aber als Schauspielerin baut. Als solche gut trainiert, kann die Baronin mühelos ein künstliches Giggeln aus dem Rachen prusten, schallend, sich schüttelnd, dass es ansteckt. So wie es schon Onkel Osho alias Bhagwan einst in Poona mit seinen Sanyassins jeden Morgen exerziert hat.

Mia von Waldenfels indes grenzt sich von den bestehenden Lachgruppen ab. Zuviel Esoterik, zuviel Albernheit oder gar klerikale Ambitionen der Wiesbadener Humorkirche sind der lachenden Baronin fremd; Mia massiert ihr Zwerchfell unter rein psychoterapeutischen Aspekten. Schließlich habe jeder seine Probleme. Und statt sich ins Leiden zu vertiefen, "begebe ich mich lieber in das Erleben des Lachens hinein und erfahre mich selbst". Zum Abschied verschenkt Mia ein Hakomi-Prospekt, in dem das Wort der Hopi-Indianer erklärt wird: "Wer bist du ? Der, der du bist".

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