Berlin : Wende zur Jahreswende GROSSZIETHEN

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Großziethen ragt nach Berlin hinein – im Westen grenzt es an Lichtenrade, im Osten an Rudow und im Norden an Buckow. Viele Jahre war es mit Mauern umgeben, aber dann, so beschreibt es eine Kirchenchronik, besuchen am 10.November das Pfarrerehepaar Kutschbach und Gemeindemitglieder die Partnergemeinde Britz in WestBerlin. Eine Woche später gibt es in der Dorfkirche eine lebhafte Debatte über den Sozialismus als Utopie. Die Einheit kommt Schritt für Schritt: Heiligabend dürfen West-Berliner ungehindert die Grenze passieren, der Mitternachtsgottesdienst in der Großziethener Dorfkirche wird zum unvergesslichen Erlebnis. Silvester schlagen aufgeregte Großziethener an der Straße nach Buckow ein Loch in die Mauer, „aber es gelang kein Durchbruch“. Am nächsten Tag, zu Neujahr, erzwingen Bewohner ein Gespräch mit dem Bürgermeister und fordern dabei Hilfe vom Bezirksbürgermeister des benachbarten Bezirks Neukölln. „Es gab nur ein Thema: Öffnet die Mauer nach Berlin!“ Drei Tage später ist es so weit. DDR-Grenztruppen kommen mit schwerem Gerät und beseitigen mehrere Segmente Beton. Großziethen feiert sein Freudenfest: Nach vierzig Jahren ist der Weg ins große Berlin wieder frei. Lo.

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