Berlin : Wer ist hier der Boss?

Die Modemarke Hugo lud nach Mitte zur Schau  Hollywood-Stars guckten zu. Einer musste weinen

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Extra eingeflogen. Auf der Feier nach der Catwalk-Show zog Hilary Swank die meisten Blicke auf sich. Foto: Geisler-Fotopress
Extra eingeflogen. Auf der Feier nach der Catwalk-Show zog Hilary Swank die meisten Blicke auf sich. Foto: Geisler-FotopressFoto: Geisler-Fotopress

Hilary Swank hat Tränen in den Augen. Nicht vor Rührung darüber, dass alle Fotografen ausflippen bei ihrem Anblick und wie wild ihren Namen schreien. Sondern sie hat sich vorm Gang über den roten Teppich noch schnell ein Minzbonbon von ihrem Assistenten geben lassen. Jetzt klebt das „extra scharfe“ Teil unter ihrem Gaumen fest, doch tapfer lächelt Hilary Swank dagegen an und tut das, was an diesem Abend ihr Job ist: gut aussehen.

Die US-Schauspielerin, die für ihren Film „Million Dollar Baby“ mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, war am Donnerstag Stargast auf der Schau von Hugo Boss. Das Modelabel aus Metzingen hatte rund 1000 Gäste ins „Forum Museumsinsel“ in der Ziegelstraße in Mitte eingeladen. Prominente wie Swank und ihr Kollege Eric Bana, die Mick-Jagger-Töchter Georgia May und Elizabeth waren extra für den Abend eingeflogen worden. Das VIP-Aufgebot ist bei Boss Teil des Konzepts, die Inszenierung scheint für das Unternehmen mindestens so wichtig wie die Mode selbst.

Dieses Mal verwandelte Boss den früheren Industriebestand an der Spree, zu dem Gebäude aus drei Jahrhunderten gehören, für einen Abend in einen Modemärchenwald. Unter dem Stahl-Fachwerk verlief der weiß-lackierte Laufsteg, an dem in der ersten Reihe neben dem Boss von Boss, Claus-Dietrich Lahrs, Model Helena Christensen, Ex-Formel-Eins-Fahrer David Coulthard, „Vogue“-Chefin Christiane Arp, Berlins Regierender Klaus Wowereit und natürlich Swank und Bana die neue Kollektion von Designer Eyan Allen begutachten durften.

Anschließend ging es durch fließende, weiße Stoffvorhänge in den Hinterteil des Hofes. Dort, wo sonst schmucklose Betonfassaden zu sehen sind, gab es Lichtkunst mit ständig wechselnden Projektionen zu bewundern. In einer Ecke räkelten sich in einem extra aufgebauten Pool Models in Badehose und Bikini. Am anderen Ende in der abgetrennten Vip-Ecke gab es Hausmannskost für Hollywood: Kartoffelbrei und Würstchen vom Grill, dazu Steaks, Pasta und zum Nachtisch Schokoladenmousse mit Kirschen. Das dürfte ganz nach Eric Banas Geschmack gewesen sein. Der in Australien geborene Schauspieler, der im Kino gerade mit „Wer ist Hanna?“ zu sehen ist, hat durch seine in Deutschland geborene Mutter deutsche Wurzeln und kennt sich mit den kulinarischen Höhepunkten dieses Landes aus. „Isch kann ein bischchen deutsch“, sagte Bana. Zwei Worte sogar perfekt: „Schnitzel“ und „Knödel“.

Fotograf Terry Richardson hatte schon am Vorabend im Borchardt Schnitzel gegessen, probierte dieses Mal Frozen Joghurt und schwärmte von Berlin. „Ich bin absolut begeistert“, sagte er. Vom Europacenter aus habe er einen tollen Blick auf die Stadt gehabt, auch die Ausstellung im Helmut-Newton-Museum habe ihm gut gefallen. Später wollte er noch in den „Broken Hearts Club“ weiterziehen. Während Richardson bequem auf Turnschuhen unterwegs war, hatten sich viele weibliche Gäste entsprechend des glamourösen Anlasses für zentimeterhohe High-Heels entschieden. Für sie gab’s deshalb einen besonderen Service: Mit Golf-Carts wurden sie die knapp 100 Meter zur Toilette kutschiert – der wohl beste Shuttle-Service der Fashion-Week. Sonja Pohlmann

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