"Wetten Dass...?" : Hollywoodstar auf Heimatbesuch

"Kill Bill“-Darstellerin Uma Thurman zu Gast in Berlin

Sonja Pohlmann
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Uma Thurman auf der "Wetten dass..."-Couch. -Foto: dpa

Hier, auf dem großen Sofa inmitten der Berliner O2-Arena, soll die Frau sitzen, die Köpfe rollen und Knochen brechen ließ: Uma Thurman, Hauptdarstellerin des Kung-Fu-Epos „Kill Bill“ und Ikone des Kultfilms „Pulp Fiction“. Die amerikanische Schauspielerin hatte sich als einer der Stargäste in der ZDF-Show „Wetten Dass...?“ angekündigt.

Was wohl kaum jemand ahnte: Die Reise nach Deutschland war für den Hollywoodstar auch eine Art Heimatbesuch. Der deutsche Baron Karl von Schlebruegge war ihr Großvater, Uma Thurman hat ihn allerdings nie kennen gelernt. Dass sie nun zumindest die Gelegenheit bekam, sich die deutsche Hauptstadt anzusehen, freute sie. Passenderweise residiert gerade auch der Mann in Berlin, der sie erst zum Star machte: Quentin Tarantino, der Regisseur von „Pulp Fiction“ und „Kill Bill“ dreht zurzeit seinen neuen Film „Inglorious Bastards“ – seine Muse Uma Thurman spielt dieses Mal allerdings nicht mit.

Sie scheint in ihren Filmen neuerdings lieber Herzen zu brechen, als Menschen abmurksen zu wollen. „Zufällig verheiratet“ heißt die romantische Komödie, die bald in die deutschen Kinos kommt und für die sie am Sonnabend in Berlin Reklame machte. Uma Thurman ist darin die erfolgreiche Talkshow-Moderatorin Emma Lloyd, die bald ihren Verlobten Richard (Colin Firth) heiraten will – bis ihr Feuerwehrmann Patrick (Jeffrey Dean Morgan) dazwischenfunkt. Er will sich an Emma rächen, die in ihrer Show Patricks Verlobten geraten hatte, sich von ihm zu trennen. Mehr als ursprünglich geplant, bringt Patrick jedoch Emmas Leben aus den Fugen.

Ob deutsche Entertainer solche Komödien lustig finden, könnte Uma Thurman später herausfinden. Denn Anke Engelke war ebenfalls als Gast bei „Wetten Dass...?“ eingeladen, zusammen mit Schauspielerin Ulrike Kriener, Moderator Günther Jauch, dem britische Fernsehkoch Jamie Oliver und Sänger Kid Rock.

Mit Spannung wurde im Vorfeld erwartet, wie Moderator Thomas Gottschalk seine Gästen behandelte und durch die Show führte. Denn nach der letzten „Wetten Dass...?“-Sendung war Gottschalk noch für seine Herrenwitze kritisiert worden, als sich Schauspielerin Selma Hayek nach verlorener Wette in ein enges Dirndl gezwängt hatte.

Paradoxerweise wurde Gottschalk kurze Zeit später zum großen Retter in der Debatte um die Qualität des deutschen Fernsehens. Als Moderator der Gala zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises hatte er Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki beschwichtigt, der seinen Ehrenpreis aus Ärger über die seiner Meinung nach schlechte Qualität der Programme nicht annehmen wollte.

Gottschalk vermittelte und führte mit Reich- Ranicki im ZDF eine Debatte darüber, wie die Qualität bessern könnte. Gottschalk war vorher noch von seiner Kollegin Elke Heidenreich beleidigt worden, die ihn als „müden, alten Mann“ bezeichnete und sich ebenfalls über das schlechte Niveau des deutschen Fernsehens, speziell in ihrem Sender ZDF, aufregte. Kurze Zeit später wurde die „Lesen!“-Moderatorin gefeuert. Elke Heidenreich entschuldigte sich zwar bei Gottschalk – aber ob sie so wie Uma Thurman noch einmal auf seinem Sofa Platz nehmen darf, ist fraglich. Sonja Pohlmann

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