Berlin : Wie man ein passendes Teleskop kauft

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Nur mal angenommen, ein Fernseh oder Zeitungsbericht über die Milchstraße, Schwarze Löcher oder das All hat Sie auf die Idee gebracht, zu Weihnachten ein Teleskop zu verschenken. Guter Einfall. Damit Sie ihn nicht bereuen – Teleskope sind teuer – geben wir ein paar Experten-Tipps weiter.

VOR DEM KAUF: Sich klarmachen, wen man beschenkt: ein Kind, einen Erwachsenen, wichtig vor allem: Anfänger oder Hobby-Astronom? Für Anfänger tut es oft ein F eldstecher , wie er für 20 bis 30 Euro im Handel oder beim Discounter zu bekommen ist. Schon mit einem 10 x 50 mm-Objektiv ist die Licht sammelnde Fläche hundert Mal so groß wie die des menschlichen Auges. Der Effekt: Man sieht auch jene Objekte am Himmel, die bis zu hundert Mal schwächer leuchten, als sie mit bloßem Auge noch wahrnehmbar wären. Hält das Interesse am Spazierengucken im All an, lohnt sich ein Teleskop.

DER STANDORT ENTSCHEIDET MIT :

Wie viel Geld man anlegen sollte, hängt außerdem davon ab, wo man ein Teleskop aufstellen möchte.

„Ein teures Gerät auf einem Balkon in der Innenstadt zu montieren, wäre Geldverschwendung“ , sagt Ditmar Stachowski, der technische Leiter des Zeiss-Großplanetariums in Prenzlauer Berg. In der Stadt sind die Bedingungen schlecht: wenige wirklich klare Nächte, viele Lichtquellen, hohe Verdunstung, dichte Abgasglocke. Um weniger helle Objekte wie die Milchstraße beobachten zu können, braucht man einen lichtgeschützten Ort, 50 bis 100 Kilometer außerhalb Berlins, z.B. in Waldnähe oder im Wald . Angebracht ist: Jemanden gut zu kennen, der in Neustrelitz oder Müggelheim einen Garten hat.

GERÄTE, PREISLAGEN : Von Refraktoren (= Linsenfernrohren), die unter 100 Euro zu erhältlich sind, raten Experten ab : meist nicht sehr stabil, schwer oder gar nicht zu justieren (= nachzuführen). Da sich die Erde dreht, der Himmel also in Bewegung scheint, sind für ambitionierte Hobby-Gucker Geräte mit Montierung und elektronischer Nachführung (ab etwa 800 bis 1000 Euro ) interessant. Grundsätzlich gilt: Je größer das Instrument, desto teurer und komplizierter ist es. Der Wert für die Vergrößerung sollte etwa mit dem Millimeterwert des Objektiv-Durchmessers übereinstimmen. Z.B.: 80-fache Vergrößerung, 80 mm Durchmesser. Herstellerhinweise wie „240-fache Vergrößerung“ sagen nichts über die Qualität des Geräts aus, erhöhen aber den Preis. Die Vergrößerung alleine entscheidet nicht, wie viele Details man am Himmel sieht.

BERATUNG : Im Fachhandel, etwa gut sortierten Fotoläden. In Berlin u. a.: Foto Quelle am Alexanderplatz 6, Mitte. Teleskopmanufaktur, Manteuffelstr. 19, 12103 Berlin-Tempelhof. Teleskopschmiede Pasinger Straße 62a, 12309 Berlin-Lichtenrade. mne

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