Berlin : Wieder ein tödlicher Tram-Unfall Fußgängerlobby fordert bessere Markierungen

Erneut ist eine Frau von einer Straßenbahn überfahren worden. Sie starb noch am Unfallort. Die 38-Jährige war am Mittwoch um 2.40 Uhr in der Petersburger Straße in Friedrichshain auf die Gleise gelaufen. Eine Obduktion soll jetzt klären, ob die Frau unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand.

An der Unfallstelle fährt die Bahn auf separatem Gleisbett in der Straßenmitte. An den Rändern der Trasse parken Autos. Nach Auskunft der BVG gibt es an der Stelle keinen Übergang für Fußgänger. Insofern unterscheidet sich der Fall von dem am Montag, als an der Osloer Straße eine Frau mit ihren beiden Kindern vor eine Tram gelaufen war. Ein Kind starb, die Mutter und das andere Kind liegen mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus. Während die BVG betont, dass alle derartigen Unfälle der vergangenen Jahre durch Fehler der Fußgänger verursacht wurden, hält der Fußgängerschutzverband FUSS speziell die Unfallhäufung entlang der einzigen West-Berliner Strecke für „untragbar“. FUSS-Bundesgeschäftsführer Bernd Herzog-Schlagk sieht als Hauptproblem, dass Fußgänger sich nach Querung der Autospuren auf dem Mittelstreifen in Sicherheit wähnten und unaufmerksam würden. Als Lösung fordert der Verband auffällige Hinweise auf dem Boden und Blinklichter an Fußgängerfurten. Beides ist anderswo üblich, wird aber von der BVG und der Aufsichtsbehörde beim Senat nicht für nötig erachtet. obs

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