Winter im Zoo : Tierisches Schneetreiben

Wie gehen die Zootiere mit dem vielen Schnee um? Elefanten lieben den Flockenwirbel – da sind sie nicht die einzigen Zoobewohner.

Hart im Nehmen. Das Elefantenjunge Ko Rayaar tobt im Berliner Zoo im Schnee. Laut Zoochef Bernhard Blaszkiewitz ist die Kälte kein Problem für die Dickhäuter.Alle Bilder anzeigen
Foto: REUTERS
29.12.2010 00:28Hart im Nehmen. Das Elefantenjunge Ko Rayaar tobt im Berliner Zoo im Schnee. Laut Zoochef Bernhard Blaszkiewitz ist die Kälte kein...

Es sind ungewöhnliche Bilder aus dem Berliner Zoo: Asiatische Elefanten, ursprünglich beheimatet in den gemeinhin schneefreien Wäldern Südostasiens, toben im Schnee, immer vorneweg: das Jungtier Ko Raya. Ganz normal findet das Zoochef Bernhard Blaszkiewitz: „Auch Arten, die aus tropischen oder subtropischen Gegenden kommen, kennen Minusgerade.“ Das kalte Wetter, gepaart mit dem ungewohnten Niederschlag, fordere geradezu zum Spielen heraus: „Schnee ist jedes Jahr wieder ein neues Medium.“ Zootiere, die generell auch bis ins hohe Alter verspielter als wildlebende Tiere seien, würden dadurch besonders angeregt.

Mit ihrer Vorliebe stehen die Elefanten deshalb auch längst nicht allein: Die Kälteverträglichkeit reicht laut Blaszkiewitz von den ebenfalls in Indien beheimateten Barasingha-Hirschen bis zu afrikanischen Antilopen und dem australischen Bennett-Känguru. Schimpanse Pedro, der dem Zoo-Chef im Juni 2009 den Zeigefinger abbiss, sei am Vortag sogar vier Stunden in der Kälte geblieben, deutlich länger als eigentlich vorgesehen. Lediglich einige Raubkatzen träten den Weg nach draußen etwas zögerlich an. Doch Blaszkiewitz lässt keine Zweifel an der Richtigkeit ihrer Ausflüge in die Kälte aufkommen: „Die Innengehege müssen gereinigt werden, und durch eine halbe Stunde draußen hat noch kein Tier einen Schnupfen bekommen.“

Tierisches Schneetreiben
Eine kleine Wüstenoase in Zeiten von Schneefall und hohen Minusgraden: Die Erdmännchen des Kölner Zoos haben ihr eigenes Solarium.Weitere Bilder anzeigen
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16.12.2010 12:14Eine kleine Wüstenoase in Zeiten von Schneefall und hohen Minusgraden: Die Erdmännchen des Kölner Zoos haben ihr eigenes Solarium.

Ganztägig drinnen bleiben nur die Tiere, für die – wie für die Giraffen – bei Eisglätte Verletzungsgefahr besteht, und die, die aufgrund von Winterschlaf, Winterruhe oder Winterstarre, draußen nichts verloren haben: „Die Bären dösen in ihrer Höhle, die Murmeltiere halten Winterschlaf, und die wechselwarmen Tiere sind in ihren Terrarien.“

Dass die Elefanten entgegen ihrer ausdrücklichen Vorliebe nicht immer draußen sein dürfen, hat laut Bernhard Blaszkiewitz lediglich mit einigen physiologischen Schwachstellen der Dickhäuter zu tun: „Bei der anhaltenden Kälte müssen wir aufpassen, dass die Extremitäten nicht auskühlen.“ Bei Elefanten sei vor allem die nicht ausreichende Durchblutung der Ohren schuld, dass das Wintervergnügen im Zoo jeden Tag nicht länger als zweimal 90 Minuten dauern darf. Auf die Einsicht der Elefanten könnten die Pfleger am Ende dieser Zeitspanne indes nicht bauen: „Die kriegen sie nur mit Futter wieder rein.“ jos

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