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Winter in Berlin : Tief "Egon" bringt nur Schneeregen - und dann Dauerfrost

Tief "Egon" bringt Freitag Schneeregen nach Berlin. Ab Sonntag wird es richtig eisig, vielleicht sogar bis Ende Januar. Dann weht der Wind aus Sibirien.

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Matsch statt Schnee. Auch vor dem Berliner Abgeordnetenhaus sieht es ungemütlich aus.
Matsch statt Schnee. Auch vor dem Berliner Abgeordnetenhaus sieht es ungemütlich aus.Foto: dpa

Das Tauwetter von Donnerstag hält nicht lange an. "Das nächste Tief ist schon unterwegs", sagt Meteorologe Christian Schubert von Meteogroup am Donnerstag und verweist auf Tief "Egon", das von Südwesten einzieht und einigen Schnee mitbringt. "Vor allem am Freitag wird noch einmal so viel Schnee runterkommen wie am Mittwoch."

Am Freitagvormittag muss Schubert seine Aussage ein bisschen revidieren. "Viel sollten wir nicht mehr erwarten", sagt er und spricht von Schneeregen, der am Nachmittag zu erwarten ist. Selbst wenn es schneien sollte, wird es wohl sehr schwerer Schnee. "Es wird ungemütlich nass-kalt", so Schubert.

"Es kann noch zu vereinzelten Schneefällen kommen"

Ein bisschen Hoffnung kann er Schneefreunden aber doch machen. "Heute Nacht und morgen kann es zu vereinzelten Schneefällen kommen." Dann wird der Schnee wohl auch etwas länger liegen bleiben, denn ab dem Wochenende erwartet der Meteorologe Dauerfrost und ab und an klares Wetter für Berlin: "Der Wind dreht über Polen und wir bekommen die kalte Luft aus Russland und Sibirien." Minus zwei Grad tagsüber und bis zu minus acht Grad in der Nacht hält Schubert für möglich. Wie lang die Kälte anhält, können die Wetterexperten noch nicht absehen. Es könnte aber den ganzen Januar eisig werden.

Anders als im Rest von Deutschland verschont "Egon" Berlin übrigens mit Orkanböen. Lediglich Windstärke 6 soll heute erreicht werden - immerhin genug zum Kitesurfen auf dem Tempelhofer Feld. Im Süden Brandenburgs machen sich die Ausläufe des Sturmtiefs dagegen bemerkbarer. Hier wird bis zum Nachmittag Windstärke 8 erreicht.

Am Mittwoch gab es wegen heftigem Schneefall 42 Unfälle

Für Berlins Autofahrer bedeutet das vor allem Gefahr. Am Mittwoch hatte die Polizei bei heftigem Schneefall allein zwischen 17 und 18 Uhr 42 Unfälle auf Berlins Straßen gezählt. Im gleichen Zeitraum hatten sich am Vortag lediglich 16 Unfälle ereignet.

Auch für den Winterdienst der BSR bedeutet das Wetter Stress. "Unsere Frühschicht ist aktuell mit 1400 Beschäftigten und 550 Fahrzeugen im Einsatz", sagte BSR-Sprecher Sebastian Harnisch am Donnerstag. Nachdem am Mittwoch vor allem Hauptverkehrsstraßen, Radstreifen, Fußgängerüberwege und Haltestellenbereiche bearbeitet wurden, stünden nun auch die Nebenstraßen im Fokus. Dort darf die BSR gesetzlich aber nur den Schnee räumen und nur in Notfällen streuen – wenn zum Beispiel Wasser durch einen Löscheinsatz auf die Straße geflossen ist.

Streumittel wird von der Hausverwaltung eingesetzt; sie kümmert sich auch darum, dass der Schnee auf den Gehwegen beiseitegeschoben wird. Wer der Räumpflicht nicht nachkommt, kann auch zur Kasse gebeten werden.

1400 Beschäftigte und 550 Fahrzeuge im Einsatz

Weil die BSR-Angestellten mit dem Schnee beschäftigt sind, müssen andere Aufgaben warten. Bei der Straßenreinigung bleiben die Reste des Silvestermülls erst einmal liegen. Sie haben eine niedrigere Priorität, weil sie die Sicherheit im Straßenverkehr nicht beeinträchtigen. Ausrangierte Weihnachtsbäume werden dagegen abgeholt, dafür ist die Müllabfuhr zuständig, so Harnisch.

Für die Sicherheit der Müllmänner hat Harnisch noch eine Bitte: Die Zugänge zu den Mülltonnen sollten bis sechs Uhr morgens von Schnee und Eis befreit sein.

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