Berlin : WM-Finale: Enge auf der Ehrentribüne

Kofi Annan, Shakira und Juan Carlos erwartet

André Görke

Das Endspiel der Fußball-WM soll mit einer kurzen, aber spektakulären Show im Olympiastadion gefeiert werden. Vor dem Anpfiff des WM-Finales am 9. Juli werden Musiker aus aller Welt auf der Bühne stehen. Die Aufbauarbeiten in der Berliner WM-Arena haben jetzt begonnen. Erwartet werden am Sonntag gegen 19.30 Uhr, eine halbe Stunde vor Anpfiff, die kolumbianische Sängerin Shakira, der Rapper Wyclef Jean („Hips Don’t Lie“) sowie der spanische Operntenor Placido Domingo. Das WM-Finale ist mit 72 000 Besuchern seit Monaten ausverkauft. Im Fernsehen wird mit einer Einschaltquote von etwas mehr als einer Milliarde Menschen gerechnet.

Im kleinen Ehrengastbereich des Stadions, der etwa 150 Leuten einen Sitzplatz bietet, werden die Polit-Größen empfangen. Neben Bundespräsident Horst Köhler hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt. Sie werden vor dem Anpfiff mit ihren Limousinen zum Olympiastadion gefahren und den Hintereingang der Tiefgarage benutzen. „Mit dem Hubschrauber reisen sie nicht an“, heißt es in deutschen WM-Organisationskreisen. Sollte es am Abend zeitlich doch eng werden, stehen den Politikern zwei Hubschrauberlandeplätze nur wenige hundert Meter vom Stadion entfernt zur Verfügung. Natürlich werden die Staatspräsidenten der Finalisten erwartet. Auf jeden Fall wird der südafrikanische Staatschef Thabo Mbeki auf der Ehrentribüne sitzen – und neben ihm UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Die beiden Politiker sind bereits am 7. Juli in Berlin zu Gast und werden an der feierlichen Party der Fußball-WM 2010 teilnehmen. Das Turnier findet in Südafrika statt. Im Anschluss an die Enthüllung des südafrikanischen WM-Logos im Kreuzberger Tempodrom wird das Festival des Weltverbandes Fifa auf der Fanmeile eröffnet. Am Abend des 7. Juli treten unter dem Motto „Africa’s calling“ auch deutsche Künstler wie Wir sind Helden, die Fantastischen Vier und Xavier Naidoo auf. Das Eintritt für das Konzert auf der Straße des 17. Juni ist frei. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Xavier Naidoo auch zwei Tage später im Olympiastadion beim Finale dabei sein. Dessen Lieder hören die Nationalspieler der deutschen Mannschaft immer in voller Lautstärke vor dem Anpfiff in der Kabine.

Im Sektor „VVIP“ (very very important person) auf der Tribüne werden noch viele weitere Prominente erwartet. So soll sich bereits Formel-1-Fahrer Michael Schumacher mit Karten versorgt haben. Dass die Sportprominenz mit Franz Beckenbauer, dem deutschen WM- Organisationschef, oder Joseph Blatter, dem Präsidenten der Fifa, im Stadion sitzen wird, ist klar. Doch ein Endspiel ist nicht nur ein Pflichttermin, sondern auch ein großes Vergnügen – auch für prominente Fußballfans. So hat sich der britische Rockstar Robbie Williams ausgerechnet am 9. Juli einen Tag freigehalten während seiner Europa-Tournee. Zu seinem Konzert in Dresden sollte er es am nächsten Abend schaffen. Natürlich helfen manchem Gast auch WM-Sponsoren. Andere, etwa der Sänger Sting, haben „schon lange vorher Kaufkarten für die ganze Familie“ besorgt, heißt es in WM-Kreisen.

Fußballfan ist auch der spanische König Juan Carlos, der schon in Kaiserslautern auf der Tribüne saß und seiner Mannschaft gegen Saudi-Arabien zujubelte. In Berlin wird es am 9. Juli einige Dimensionen größer werden.

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