Berlin : Wo Heinz Berggruen zur Schule ging - die Halensee-Grundschule

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Um eine 100-Jährige zu feiern, muss man sich etwas besonderes einfallen lassen. Die Schüler und Lehrer der Halensee-Grundschule nahmen das Jubiläum ihrer Schule zum Anlass, in einer Revue die Geschichte vom Kaiserreich über die Trümmerfrauen bis heute auf die Bühne zu bringen. Seit Herbst wurde eifrig daran geprobt. Tafeln im Treppenhaus berichten vom Unterricht vor hundert Jahren, als es strenge Verhaltensregeln gab und durchschnittlich 45 Kinder in einer Klasse lernten.

Selbst prominente ehemalige Schüler wie die Schauspielerin Margot Hielscher und der Kunstmäzen Heinz Berggruen wurden aufgespürt. "Der rote Backsteinbau in der Joachim-Friedrich-Straße, der anscheinend von Kriegsschäden verschont blieb, sieht noch genau so aus, wie ich ihn in Erinnerung habe", schreibt Berggruen, der von 1920 bis 1923 dort lernte, in der Festschrift. Zwischenzeitlich diente die Schule als Möbelspeicher für ausgebombte Familien und als Notlazarett. Schon im Sommer 1945 konnte der Unterricht wieder beginnen.

Heute sind bis zu 30 Kinder in einer Klasse, doch die Aufgaben werden nicht weniger, hat Schulleiter Werner Sichtermann festgestellt: "Für eine Reihe von Kindern ist die Schule zum Fixpunkt geworden." Der Schulhof bleibt auch am Nachmittag zum Spielen geöffnet. Für die Jüngsten wird eine hortähnliche Betreuung angeboten. Auch die Japanische Ergänzungsschule im Haus, wo nachmittags japanische Kinder in der Sprache und Landeskunde unterrichtet werden, hat sich mit Origami und heimischer Küche an den Feierlichkeiten beteiligt.

Ganz oben auf seiner Wunschliste für die nächsten Jahre steht für Schulleiter Sichtermann eine neue Turnhalle. Die alte platzt aus allen Nähten, wenn zwei Klassen darin Unterricht haben. "Seit ich 1986 hier angefangen habe, schreibe ich ständig Anträge für eine neue Turnhalle", blickt er zurück. Das Schulgebäude wurde vor zwei Jahren renoviert, eine neue Turnhalle ist noch nicht in Sicht.

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