Berlin : Worum geht es bei der Meisterschaft im Gummistiefel-Weitwurf?

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Jorma Klünder, 39 Jahre alt, ist Präsident von „GibGummi03“, Deutschlands erstem Verein für GummistiefelWeitwurf. Am heutigen Sonntag ab 14 Uhr kämpft der Halbfinne im Reiterstadion des Olympiastadions um die Deutsche Meisterschaft. Rund 200 Aktive aus acht Vereinen haben gemeldet.

Herr Klünder, Gummistiefel-Weitwurf: Das ist doch ein Scherz, oder?

Nein, nein. Wie kommen Sie darauf? Das ist ein echter Sport, genauso wie Speerwerfen oder Diskuswerfen. Man wirft was weg. Da liegt ein Gummistiefel eigentlich näher als ein Diskus.

Erfunden wurde das Ganze in Finnland. Wie kommt man denn auf sowas?

Auf dem Land hat man viel Zeit, und es gibt wenig Ablenkung. Wahrscheinlich deshalb üben sich die Finnen auch im Handy-Weitwurf und Frauen-Schleppen. Das ist so eine Art Crosslauf, bei dem sich die Männer eine Frau auf den Rücken schnallen.

Was muss man beim Gummistiefel-Weitwurf beachten?

Es sind nur drei Marken von Stiefeln zugelassen. Männer werfen mit Modellen der Schuhgröße 43, Frauen mit Größe 38. Der Stiefel darf nicht schwerer als 1050 Gramm sein, der Schaft nicht länger als 44 Zentimeter. Knoten und Umkrempeln ist verboten. Der Stiefel muss beim Wurf in seinen Ausmaßen erhalten sein.

Von welchen Weiten reden wir denn?

Der Weltrekord liegt bei 65 Metern. Aber da kommt wohl auf die Dauer keiner ran. Nur 20 Männer auf der ganzen Welt können weiter als 50 Meter werfen – und das variiert je nach Windverhältnissen. Mein persönlicher Rekord liegt bei 34 Metern.

Wie stehen die Chancen für die Berliner?

Wir haben natürlich ein Heimspiel, aber was man so hört, sind die Hessen sehr gut. Die sind eigentlich Handballer und gut trainiert. Die sollen schon 40 Meter werfen – das ist bei uns so eine magische Grenze.

Die Fragen stellte Thorsten Wiese.

Jorma Klünder ist

Präsident von „GibGummi03“, Deutschlands erstem Verein für Gummistiefel-Weitwurf. Er kämpft heute um die Deutsche Meisterschaft.

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