Berlin : Wowereit auf Kandidaten-Suche

Spitzenposten bei der BVG und der Flughafengesellschaft sollen neu besetzt werden – bisher ohne Erfolg

Klaus Kurpjuweit

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist auf Jobsuche – für andere. Neu besetzt werden sollen die Chefposten bei der BVG und der Flughafengesellschaft. Beide sind mit jeweils weit mehr als 300 000 Euro dotiert. Als Aufsichtsratsvorsitzender beim Flughafen sieht sich Wowereit nach einem Nachfolger für Dieter Johannsen-Roth um; bei der BVG hat er sich nach Tagesspiegel-Informationen eingeschaltet, weil die Suche nach einem Nachfolger für den gestorbenen Andreas Graf von Arnim bisher nicht vorangekommen ist. Eine für heute anberaumte Sitzung des BVG-Personalausschusses ist kurzfristig abgesagt worden.

Fast unmittelbar nach von Arnims Tod am 30. März hatte Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) die Suche nach einem Nachfolger starten lassen. Doch die ausgeguckten Kandidaten wollten, wie berichtet, nicht nach Berlin kommen oder kamen am Ende doch nicht in Frage. Nach Tagesspiegel-Informationen hat auch Wowereit (SPD) selbst mit potenziellen Kandidaten gesprochen.

Im Gespräch war unter anderem der Chef der Hamburger Hochbahn, Günter Elste. Er ist auch Vorsitzender des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Der ehemalige SPD-Fraktionschef der Bürgerschaft steht seit gut acht Jahren an der Spitze der Hochbahn. Für Berlin war er aber nicht zu gewinnen.

Elste war schon einmal im Rennen, bevor von Arnim an Bord geholt wurde, blieb damals aber ebenfalls in Hamburg. Auch von Berliner Unternehmern, die gefragt worden waren, gab es bisher dem Vernehmen nach nur Absagen. Allerdings gibt es beim VDV jetzt Gerüchte, dass ein Kandidat ausgeguckt worden ist. Die Sitzung des Personalausschusses ist offiziell wegen Terminschwierigkeiten abgesagt worden.

Die BVG-Spitzenposition will der Senat unbedingt neu besetzen. Beim Flughafen sieht es anders aus. Schon in den vergangenen Jahren hat Wowereit regelmäßig Fühler nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden ausgestreckt. Johannsen-Roth ist 67 Jahre alt. Die Suche nach einem Nachfolger für ihn wird nicht als Misstrauen ihm gegenüber ausgelegt. Doch geeignete Kandidaten stehen auch hier nicht Schlange, und so verlängerte der Aufsichtsrat regelmäßig den Vertrag mit Johannsen-Roth. Beim Flughafen nimmt man an, dass es auch dieses Mal so kommen wird. Zumal erst bis Mitte nächsten Jahres feststehen soll, ob der neue Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) gebaut werden darf. Ein Wechsel vor dem Spruch des Bundesverwaltungsgerichts gilt als unwahrscheinlich.

Bei der Flughafengesellschaft munkelt man allerdings, dass der Posten auch mit einem „verdienten“ Mitglied aus der Bundesregierung besetzt werden könnte, falls die Koalition die Wahl verliert.

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