Berlin : Wowereit will Olympia 2016 in Berlin Regierenderbesucht Leichtathletik-WM in Helsinki

Friedhard Teuffel

Zum Finale über 10000 Meter der Männer schaffte es der Regierende Bürgermeister noch ins Olympiastadion von Helsinki. Und am heutigen Dienstag will sich Klaus Wowereit noch den ersten Tag seiner Lieblingsdisziplin sehen: „Ich bin ein Fan des Zehnkampfs.“ Soweit das persönliche Interesse seiner Reise zur Leichtathletik-WM nach Finnland. Die dienstliche Aufgabe ist die: sich anzuschauen, wie eine Weltmeisterschaft in jenem Land gefeiert wird, in dem die Seele der Leichtathletik liegen soll.

Außerdem hatte Wowereit gestern noch in die deutsche Botschaft von Helsinki eingeladen. Der Regierende Bürgermeister bedankte sich dort bei den Funktionären des Internationalen Leichtathletik-Verbandes noch einmal dafür, dass sie im Dezember Berlin den Zuschlag für die Weltmeisterschaft 2009 gegeben hatten. Das Treffen mit den Sportfunktionären weckte in Wowereit spontan den olympischen Geist. Seine Ansprache war kurz, dennoch reichte es, dreimal denselben Satz unterzubringen: „Berlin ist bereit für die Olympischen Spiele.“

Offenbar kann Wowereit den Anlauf kaum erwarten. Er könne sich eine Bewerbung bereits für die Spiele 2016 vorstellen, sagte Wowereit am Rande des Treffens. Nachdem das Internationale Olympische Komitee die Spiele 2012 an London vergeben hatte, werden europäischen Städten für die darauf folgende Runde keine Chancen eingeräumt. Berlin hat jedoch bei der Bewerbung um die Leichtathletik-Weltmeisterschaft die Erfahrung gemacht: Verlieren kann sich lohnen. 2001 in Nairobi war Berlin noch Helsinki unterlegen, ehe es im vergangenen Jahr dann in Helsinki klappte. „Das kann dafür sprechen, sich schon 2016 zu bewerben. Man könnte dann eine Ehrenrunde drehen. Manche Städte haben sich drei- bis viermal beworben“, sagte Wowereit. Wer sich wann für Deutschland bewirbt, entscheidet allerdings allein das Nationale Olympische Komitee.

Berlin wird die Leichtathletik-WM 2009 im ungünstigsten Fall 17 Millionen Euro kosten. Eine Bürgschaft über diese Summe hatte der Senat dem Internationalen Leichtathletik-Verband zusagen müssen. Sportsenator Klaus Böger erwartet jedoch kein so hohes Defizit. „Wenn wir genau wie für die Fußball-WM eine Steuerbefreiung bekommen, spart uns das eine Masse Geld.“ Mit einem Verlust von vier bis fünf Millionen Euro könnte Böger gut leben. „Diese Summe holt man durch den Imagegewinn für die Stadt auf jeden Fall wieder herein.“ Die Leichtathletik-WM ist schließlich ein besonderes Gütesiegel.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar