Berlin : Yello ärgert sich grün über die Bewag

Der Berliner Stromkonzern will mit einer aggressiven Anzeigenkampagne abgewanderte Kunden zurückholen. Die Preise sind in Bewegung

Ingo Bach

Der Ton auf dem Berliner Strommarkt wird rauer. Mit großformatigen Anzeigen geht die Bewag den Stromvermarkter Yello an. „Yello hat nur einen Haken“, lautet ein Anzeigenmotiv. Denn das Yello-Angebot sei weder „Gut“ noch „Günstig“ sondern einfach nur „Gelb“ heißt es in einer Bewag-Anzeige in Anspielung auf die Eigenwerbung des Konkurrenten. „Das ist wettbewerbsrechtlich bedenklich“, sagt Peter Brammen von der Wettbewerbszentrale in Hamburg. In Deutschland ist vergleichende Werbung mit überprüfbaren Angaben gestattet, zum Beispiel einem Preisvergleich. Die Verunglimpfung der Konkurrenten sei jedoch nicht gedeckt. Mit dem Haken-Motiv der Bewag werde beim Wettbewerber in Abrede gestellt, dass er gut und günstig ist. „Das ist herabsetzend.“ Yello hat inzwischen die Bewag für das genannte Anzeigenmotiv abgemahnt. „Wir werden von der Bewag diffamiert“, sagt Unternehmenssprecher Andreas Müller. „Die haben offensichtlich Angst vor uns.“

Angst vielleicht nicht gerade, aber man habe sich in den letzten Monaten sehr über den gelben Stromanbieter geärgert, sagt Bewag-Sprecher Olaf Weidner. „Die Drückerkolonnen von Yello haben uns viele Kunden mit falschen Preisvergleichen abspenstig gemacht.“ Wie viele Kunden die Bewag an Yello verloren hat, will Weidner nicht sagen – das sei ein Betriebsgeheimnis. Yello habe den eigenen Preis mit Bewag-Tarifen verglichen, die gar nicht zusammenpassten. Die Bewag bietet nämlich mehrere Tarifoptionen an, vom billigsten Mixstrom „Multiconnect“ über die Normaltarife „BewagKlassik“ und „BewagKlassik plus“ mit einer mindestens einjährigen Laufzeit bis hin zum Ökostrom namens „Ökopur“. Man habe sich nicht jedes Mal vor Gericht auseinander setzen wollen, sagt der Bewag-Sprecher. Stattdessen wurde die Werbekampagne gewählt, die man auch fortsetzen werde. Man hoffe so, die verlorenen Kunden von Yello zurückzugewinnen.

Tatsächlich ist die Bewag billiger als Yello, denn der gelbe Riese hat im Februar die Preise erhöht. „Aber wir gehören immer noch zu den günstigsten Anbietern“, sagt Yello-Sprecher Müller. Außerdem bewege ja nicht nur der Preis zum Wechsel weg von der Bewag, sondern auch der Service und der Umgang mit dem Kunden. „Uns kann man zum Beispiel auch nachts mit Problemen erreichen.“

Preisvergleiche im Internet: www.verivox.de und www.stromtarife.de . Yello taucht in diesen Vergleichen nicht auf, weil das Unternehmen nur regionale Preise bietet.

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