Berlin : Zeitmaschine

Werner van Bebber

lauscht gebannt den Volksvertretern Das Abgeordnetenhaus ist eine Zeitmaschine. Die Politiker wollen sie in die Zukunft steuern, landen aber öfter mal in der Vergangenheit. Das zeigt sich vor allem in den „Aktuellen Stunden“. Darin geht es meist um Fragen wie „Braucht Berlin drei Flughäfen und drei Opernhäuser“ oder „Was kommt zuerst: die Rechtschreibreform oder der Deutschunterricht“. In der ersten Sitzung nach der Sommerpause ging es um Hartz IV. Da zeigte sich, dass die Zeitmaschine beschleunigen kann, sogar in die Zukunft. Da hatten die Mitglieder des Abgeordnetenhauses, die am Betrieb Anteil nehmen, weder Zeit noch Sinn, um beim Blick durch das Glasdach in den Himmel über dem Parlamentsgebäude in Sommerträumereien zu versinken. Hartz IV reißt auch im Berliner Parlament neue Fronten auf. Ob der CDU-Mann Peter Kurth den Erkenntnisprozess der SPD-Fraktion anerkennt oder die grüne Vorfrau Sibyll Klotz den PDS-Kollegen Stefan Liebich als Vorabendprogrammpolitdarsteller karikiert, der links redet und rechts lebt: Der Saisonauftakt im Parlament war von Wachheit und Geistesgegenwart geprägt. Fast wünschte man sich mehr von diesen Reformen.

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