Zeitreise : Google Earth zeigt Aufnahmen vom Berlin der Nachkriegszeit

Mit einem Klick ins historische Berlin: Die neue Version der Globus-Software Google Earth lädt zur Zeitreise ein. Luftaufnahmen zeigen, wie Berlin 1945 und 1953 ausgesehen hat - vom Flughafen Tempelhof bis zum Reichstag.

Peer Göbel
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Unter den Linden. Von 1953 ist das gesamte Stadtgebiet auf Google verfügbar -Screenshot: TSP

Die Geografie-Software von Google ist seit der ersten Version 2001 weit über die Idee eines digitalen Globus hinausgewachsen. Google Earth erlaubt inzwischen das Eintauchen in die Weltmeere, die Reise durchs Weltall, den Besuch der Mond- und Marsoberfläche und die Verwendung als Flug-Simulator. Berlin hat das Suchmaschinen-Unternehmen offenbar besonders ins Herz geschlossen: 2007 war die Spree-Metropole die erste Stadt, die in der neuen 3D-Perspektive besucht werden konnte. Und nun erhält Berlin seine eigene Zeitreise.

Denn nach der Integration der Fußgänger-Ansicht Google Street View ist in diesem Jahr eine weitere Dimension zu Google Earth hinzugekommen: Zeit. Historische Luftaufnahmen lassen die Entwicklung von ausgewählten Ländern und Städten verfolgen, und die ältesten Originalbilder gehören neben San Francisco und Las Vegas Berlin.

Vom zerbombten Stadtschloss zur Museumsinsel

Die frühesten Aufnahmen vom März 1945 zeigen ausgewählte Ausschnitte der Berliner Kartographie: den Flughafen Tempelhof mit Bombenspuren, das Industriegelände und die Trabrennbahn Mariendorf, die Innenstadt vom Reichstag bis zum Alexanderplatz. Das Material stammt aus dem US National Archive. Von 1953 ist das gesamte Stadtgebiet verfügbar, durch Aufnahmen der Luftbilddatenbank Würzburg - die allerdings einige bemerkenswerte Retuschen enthalten. So finden sich in Mitte gleich zwei Straßen, die auf den Schloßplatz führen - „Unter den Linden“ in zwei Versionen.

Die zeitlich folgenden Aufnahmen stammen dann erst von der Jahrtausendwende - auf Bildmaterial der geteilten Stadt muss man vorerst noch warten. Doch schon die Aufnahmen der 40er und 50er Jahre sind den Besuch wert. Wie sahen der Alexanderplatz, die Museumsinsel und der Pariser Platz aus? Google Earth zeigt es.

Anleitung: Mit Google Earth ins historische Berlin

Und so wird's gemacht: Zunächst einmal muss die neueste Version der kostenlosen Software Google Earth heruntergeladen und installiert werden. Das Programm steht für Windows-, Mac- und Linux-Rechner zur Verfügung und braucht eine ständige Internet-Verbindung, da die Daten laufend nachgeladen werden.

Nach dem Start des Programms gibt man links oben das Ziel der Reise ein, in unserem Fall „Berlin“. Mit einem Klick auf das Uhren-Symbol (oben in der Mitte) öffnet sich die Zeitleiste. Dort werden die verfügbaren Aufnahmen angezeigt, zwischen denen gewählt werden kann - und mit einem Klick gelangt man ins historische Berlin.

Peer Göbel ist Leitender Redakteur des Online-Magazins LoadBlog, das täglich über kostenlose Downloads, Tipps und Tricks berichtet und zu den 100 meistgelesenen Blogs in Deutschland gehört.

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