Berlin : Zoo plant teurere Tickets

2014 sollen Besucher mehr Erlöse einbringen. Prompt wird gemeckert und gequakt – nicht nur im Gehege.

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Immer liquide. Ein Flusspferd und ein Wasservogel im Zoo. Neben diesen beiden leben auf der 35 Hektar großen Anlage mehr als 17 000 Tiere, die fast 1600 Arten angehören. Foto: Hannibal/dpa
Immer liquide. Ein Flusspferd und ein Wasservogel im Zoo. Neben diesen beiden leben auf der 35 Hektar großen Anlage mehr als...Foto: dpa

Wer Zoo und Tierpark besuchen möchte, wird aller Voraussicht nach 2014 mehr Eintritt zahlen müssen. Dies geht aus einem internen Papier hervor, das dem Tagesspiegel vorliegt. Details dazu waren von der Zoo AG nicht zu erhalten. Pressesprecherin Claudia Bienek sagte aber: „Die Preisgestaltung ist Thema in jedem Unternehmen.“ Laut dem kaufmännischen Zoo-Vorstand Gabriele Thöne werde die Frage einer Eintrittspreiserhöhung in einer der nächsten Sitzungen diskutiert. In so einem Fall müsse dann der Aufsichtsrat zustimmen.

In dem „Papier zur Investitions- und Haushaltsplanung“ steht aber: „Die vorliegende Planung enthält bereits eine Erhöhung der Eintrittspreise 2014.“ Das Ziel sei, die Anzahl der verkauften Tickets „um rd. 14 476 Tickets gegenüber der Planung 2013“ zu erhöhen. Von 2007 bis 2012 seien jedes Jahr im Schnitt rund 4000 Tickets mehr verkauft worden. Das avisierte Ziel sei „sehr ambitioniert“, aber wegen der dann neuen attraktiven Tropenhalle des Alfred-Brehm-Hauses dank Marketing erreichbar.

Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Danny Freymark hält teurere Tickets für „politisch nicht vertretbar. „Durch erhöhte Eintrittspreise mehr Besucher gewinnen zu wollen, geht völlig an der Realität vorbei.“ Freymark fordert, das Ticketsystem „zu digitalisieren, um stundenweisen Eintritt anbieten zu können.“ Freymark findet das Gruppenticket mit elf statt zwölf Euro zu teuer. Und: „Man kann keinen Ticketgutschein als Geschenk runterladen.“ Tagestickets kann man aber online kaufen und ausdrucken – und bekommt sie auch an den BVG-Automaten. Thomas Ziolko von den Freunden der Hauptstadtzoos sagte auf Anfrage, „die Erhöhung ist das falsche Signal. Eine Erhöhung der Einnahmen muss mit der Steigerung der Besucherzahlen verbunden sein. Es ist realistisch, die Anzahl von verkauften Tagestickets von etwa 560 000 um 10 Prozent zu erhöhen.“ SPD-Zooexperte Daniel Buchholz hält eine „maßvolle Preiserhöhung“ für vertretbar. Der Zoo ist mit 13 Euro bzw. 6,50 Euro für Kinder einen Euro teurer als der Tierpark. Der Erlebniszoo Leipzig kostet 17/10 Euro, Rostock 16/8 Euro, der Tierpark Hellabrunn 12/5 Euro und der Zoo Magdeburg 8/4 Euro.

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