Zug der Erinnerung : Neuer Streit um Gedenkzug-Halt in Schöneweide

Wieder Ärger um den "Zug der Erinnerung". Die Bahn will einen Halt am Betriebsbahnhof Schöneweide. Die Ausstellungsmacher fühlen sich dort "abgeschoben" und fordern eine andere Station.

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Ärger um den "Zug der Erinnerung": Die Bahn will einen Halt am Bahnhof Berlin-Schöneweide. Die Ausstellungsmacher fühlen sich...Foto: ddp

Berlin Erneut sorgt ein geplanter Berliner Haltebahnhof des Gedenkprojektes "Zug der Erinnerung" über die Deportationen von NS-Opfern für Streit. Die Wanderausstellung soll nach dem Willen der Veranstalter von Donnerstag bis Freitag im S-Bahnhof Schöneweide Station machen. "Doch die Bahn will uns jetzt auf den Betriebsbahnhof Schöneweide abschieben", kritisierte der Sprecher der Berliner Initiative, Dirk Stegemann.

Diese Station sei jedoch "völlig abgelegen" und für ältere Menschen sowie Behinderte schwer zu erreichen. Eine Haltestelle vorher, am S-Bahnhof Schöneweide, könnte der Zug hingegen "wunderbar" stehen, betonte Stegemann.

Bahn: Wir wundern uns über neue Angriffe

Wie aus der Anmeldung der Initiative hervorgeht, wurde als gewünschte Haltestation "Berlin-Schöneweide Pbf" angegeben. Hierbei handelt es sich nach Angaben der Deutschen Bahn um den Betriebsbahnhof Schöneweide. Offenbar liege ein Missverständnis vor, sagte ein Bahnsprecher. "Wir wundern uns daher über die neuerlichen Angriffe", fügte er hinzu. Er kündigte an, dass der Konzern die Machbarkeit des Vorhabens prüfen werde.

Stegmann sagte auf Anfrage, die Initiative habe keinen Stopp am Betriebsbahnhof angemeldet, sondern am S-Bahnhof. Schließlich habe die Bahn selbst als mögliche Alternative in einer Presseerklärung den Bahnhof Schöneweide ins Gespräch gebracht. Er rechnete damit, dass die Deutsche Bahn im Laufe des Tages ihre Entscheidung bekannt gibt.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits starke Kritik an der Bahn gegeben, weil sie den "Zug der Erinnerung" aus verkehrstechnischen Gründen nicht am Berliner Hauptbahnhof halten lassen wollte und von den Organisatoren hohe Streckengebühren verlangt. In den drei Waggons werden Fotos und Lebenszeugnisse von damals in Nazi-Deutschland mit der Reichsbahn deportierten Kindern und Jugendlichen aus ganz Europa gezeigt. Der Zug startete am 8. November 2007 in Frankfurt am Main. Ziel ist die Gedenkstätte Auschwitz in Polen am 8. Mai. (ho/ddp)

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