Berlin : Zurückbleiben, bitte: U7 nicht soll nachts nicht fahren

Strieder will Strecke Spandau–Rudow von Nachtverkehr aussparen

Jörn Hasselmann

Es wird keinen Nachtverkehr auf der U-Bahnlinie 7 geben. Nach Informationen des Tagesspiegels gehört die Strecke zwischen dem Rathaus Spandau und Rudow nicht mehr zum Nachtnetz, das zum Fahrplanwechsel Mitte Juni eingeführt wird. Wie berichtet, will die BVG dann in den Nächten zu Sonnabend, Sonntag und Feiertagen die U-Bahn nachts alle 15 Minuten fahren lassen. Zum Ausgleich soll das Nachtbusnetz an den Wochenenden eingeschränkt werden.

Ursprünglich sollten vom Nachtverkehr nur wenige kurze Abschnitte ausgenommen sein: die so genannte „Stummellinie“ U4 in Schöneberg, das Endstück der U7 zwischen Jakob-Kaiser-Platz und Spandau (dort fährt die S-Bahn parallel) und der Abschnitt Ruhleben – Theodor-Heuss-Platz auf der U2. Die U1/U15 soll nur zwischen Uhlandstraße und Warschauer Straße fahren, also nicht nach Dahlem.

Widersprüchliche Angaben gibt es über die Gründe für den U7-Verzicht. Die Sprecherin von SPD-Verkehrssenator Peter Strieder, Petra Rohland, sagte, dass die „BVG auf die Linie verzichtet hat, weil das Verkehrsaufkommen zu niedrig“ sei. „Das ist leider so“, kommentiert BVG-Sprecher Wolfgang Göbel knapp. Intern heißt es bei der BVG hingegen, dass Strieder die Linie aus finanziellen Gründen gestrichen habe. Entsetzt über die Entscheidung ist der Fahrgastverband IGEB. „Es ist absurd, gerade auf dieser Linie nicht zu fahren“, sagte Christfried Tschepe. „Das ist eine Beschädigung des ganzen Nachtlinienkonzeptes.“ Gerade der Abschnitt zwischen Berliner Straße und Neukölln ist nach Angaben des IGEB-Experten stark frequentiert. Auch die BVG ist intern nicht glücklich über die Entscheidung. „Auf der U5 nach Hönow ist viel weniger los, da fahren wir heiße Luft durch die Gegend“, hieß es.

Für Fahrgäste hat die Nacht-U-Bahn Vorteile: Denn das Netz aus wenigen Linien ist allen bekannt, das komplizierte Nachtbusnetz jedoch nicht – zudem fahren die Busse meist nur alle 30 Minuten. Seit dem Mauerfall fährt die BVG auf den Linien 9 und 12 am Wochenende rund um die Uhr – zur Freude der Fahrgäste im Westteil der Stadt. Der Osten blieb jedoch außen vor. Seit Jahren wurde deshalb um eine Ausweitung diskutiert. Strieder hatte seit Jahren betont, dass er den Nachtverkehr nur genehmigen werde, wenn dadurch keine zusätzlichen Kosten entstehen. Deshalb wird es ab 15. Juni, wie berichtet, an anderer Stelle Einschränkungen geben. So entfallen beispielsweise an Wochenenden alle parallel zur U-Bahn fahrenden Nachtbusse. In den anderen Nächten wird ihr Verlauf teilweise dem der U-Bahn angepasst.

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