Berlin : Zwei Abende für wahre Comicfreunde

Humor, das hat Herbert Feuerstein in 20 Jahren als Chefredakteur der deutschen Ausgabe des Comic- und Satiremagazins „MAD“ gelernt, „ist eine ernsthafte Sache“. Als der spätere „Schmidteinander“-Star mal gefragt wurde, ob die Leitung der in den 70er und 80er Jahren vor allem bei männlichen Jugendlichen populären Zeitschrift für ihn mehr Spaß als Arbeit war, antwortete er: „Jeder ernsthafte Job ist letzten Endes eine Knochenarbeit.“ Vor allem, wenn man als Mensch fortgeschrittenen Alters für ein sehr junges Publikum arbeite. „Sie müssen sich ständig selbst disziplinieren und können nicht unbedingt das tun, was Sie gerade persönlich als richtig empfinden.“ Wieso er den Job trotzdem bis 1992 gemacht hat, darüber spricht Feuerstein am Dienstag im Rahmen der Comic-Ausstellung im Jüdischen Museum. (25. Mai, 19.30 Uhr, 7 Euro, erm. 5 Euro, Karten: Tel. 030 – 25993 488 oder reservierung@jmberlin.de).

Einen Comic ganz anderer Art stellt am Abend darauf der Berliner Zeichner Jens Harder im Naturkundemuseum vor. Sein Mammutwerk „Alpha“ (360 Seiten, 49,90 Euro, Carlsen-Verlag) erzählt auf 360 Seiten 14 Milliarden Jahre Erdgeschichte. Fünf Jahre hat Harder an dem so monumentalen wie mutigen Album gearbeitet. Er kombiniert naturwissenschaftlich fundierte Darstellungen von komplexer, manchmal atemberaubender Schönheit mit pointiert eingesetzten Bildern aus Religion und Kulturgeschichte. Dazu kommen knappe, gut recherchierte Sachtexte, die sich mit den dynamischen Zeichnungen zu einer verblüffend kompakten Darstellung eines schier unfassbaren Vorganges verbinden. Die bebilderte Buchvorstellung wird moderiert von Tagesspiegel-Redakteur Lars von Törne (26. Mai, 19 Uhr, Museum für Naturkunde, Invalidenstraße 43. Eintritt frei, Anmeldung: evolution@mfn-berlin.de. lvt

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben