Berlin : Zwei Demos statt einer Love Parade Auch „Music Day“ im Tiergarten genehmigt

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Statt der abgesagten Love Parade können heute nun doch zwei Demonstrationen von Technofans stattfinden. Außer der Kundgebung „Fight the Power“ auf dem Kurfürstendamm bekam gestern überraschend auch der „Music Day“ im Tiergarten eine Genehmigung, obwohl Polizei und Gerichte dieser Veranstaltung den DemoStatus verwehrt hatten. Autofahrer müssen sich nun auf Sperrungen rund um die Siegessäule einstellen. Die Polizei setzt 700 Beamte ein und macht alle Zufahrtsstraßen zum Großen Stern heute ab fünf Uhr bis Sonntagmorgen dicht.

Das wochenlange Hin und Her zwischen den Veranstaltern des Music Days und der Versammlungsbehörde endete jetzt damit, dass die Verwaltungsrichter die Kundgebung „in engen Grenzen“ anerkannten. Statt eines Umzugs darf es nur feste Bühnen an der Siegessäule geben, und die Veranstaltungsdauer wurde auf 14 bis 19 Uhr begrenzt. Die Organisatoren gaben sich damit allerdings nicht zufrieden: Mit einer Eilbeschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) wollten sie in letzter Minute noch durchsetzen, dass die Musik und Redebeiträge bis 24 Uhr andauern können. Diese Beschwerde lehnte das OVG am Freitag abend jedoch ab: es bleibe bei der Grenze von 19 Uhr, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Ein Ersatz für die Love Parade sind beide Demos nicht – schon wegen der behördlichen Auflagen, die in beiden Fällen große Musik-Lastwagen verbieten. Außerdem dürften die Besucherzahlen niedriger sein. Genaues weiß allerdings niemand: Beim Music Day hält Veranstalter Kay Neumann eine Zahl zwischen 10000 und 100000 Besuchern für möglich. Auf dem Ku’damm erwartet Organisator Boris Eichler vom Szenemagazin „Partysan“ offiziell 5000 Teilnehmer, doch er selbst nennt das „aus der Luft gegriffen“.

Während im Tiergarten „gegen den Ausverkauf der Musik“ demonstriert wird, geht es bei der Demo in der West-City um die Rückkehr der Love Parade im Jahr 2005. Über den Boulevard werden nur fünf Kleinlaster rollen, auf denen niemand tanzen darf. Beginn ist um 17 Uhr am Adenauerplatz. Anschließend führt die Route bis zum Nollendorfplatz und von dort zurück bis zum Breitscheidplatz, wo um 22 Uhr Schluss sein soll.

Kurzfristig abgesagt wurde indes die größte Party der „Love Week“ in den Berliner Clubs, der „Lovestern Galaktika“ auf dem Flughafen Tempelhof. Die Veranstalter sahen aus finanziellen Gründen sowie wegen der „allgemein schlechten Stimmung in der Szene“ keine Erfolgschance. In den Vorjahren hatte die Party bis zu 30000 Besucher angelockt. CD

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