Berlin : ZWEITE ETAGE

Oliver Behrendt und

Walter Späth,

Rechtsanwälte

Einst schrieb Robert Musil in diesem Haus einige Kapitel seines Monumentalwerks „Der Mann ohne Eigenschaften“. Eine Tafel neben dem Hauseingang erinnert daran. Aber nicht jeder sieht sie sofort. „Herr Behrendt hat mir erst heute morgen von der Sache mit Musil erzählt“, sagt Walter Späth. Sein Kollege steht neben ihm und lächelt. Erst seit knapp vier Monaten arbeiten die beiden im Haus Nummer 217 in einer Bürogemeinschaft mit einer anderen Sozietät. Vorher hatte Späth sein Büro in einem der Nachbarhäuser, doch das wurde saniert. „Den Ku’damm verbindet man mit Qualität und traditionellen Werten. Deshalb ist die Adresse fürs Image gar nicht schlecht“, sagt Späth, der Porzellan sammelt. „Das ist ein traditionelles Hobby und passt zum Ku’damm.“ In seinem Büro steht eine große, fauchenden Raubkatze aus Porzellan. Das passt, denn „anders als unsere Kuschelkollegen klagen wir viel“, sagt Späth. Die Kanzlei vertritt hauptsächlich Menschen, die betrogen worden sind – etwa beim Kauf von Aktien und Immobilien. Unter ihren Mandanten sind zum Beispiel Anleger der Investmentbank Lehman Brothers, die mit der Finanzkrise ihr Geld verloren haben.

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